35 Referendare neu am Studienseminar – Kritik an verkürzter Lehrerausbildung

Alles muss schneller gehen

Guter Dinge: Die 35 neuen Referendare für den Schwalm-Eder-Kreis und den Landkreis Waldeck-Frankenberg in Fritzlar mit Studienseminarleiter Wilhelm Rottmann, rechts, und seiner Stellvertreterin Anke Meyreiß, davor.

Schwalm-Eder. 35 junge Menschen haben am Dienstag ihr Referendariat im Schwalm-Eder-Kreis und im Landkreis Waldeck-Frankenberg begonnen. Sie werden in den nächsten 21 Monaten zu Lehrern ausgebildet. Das Referendariat wurde vom Hessischen Kultusministerium auf 21 Monate verkürzt.

 „Sparzwänge“, nennt Wilhelm Rottmann, Studienseminarleiter, als einen Grund. Drei Monatsgehälter fielen für die neuen, angehenden Lehrer weg. Aber auch die Studieninhalte seien gestrafft worden. Von ehemals zwölf Unterrichtsblöcken seien acht geblieben. „Wir hätten uns mehr Vorlauf und Vorbereitungszeit gewünscht“, kritisiert Rottmann.

Wenig Vorbereitungszeit

Die Neureglung des Kultusministeriums sei erst vor einem Monat mit dem neuen Hessischen Lehrerbildungsgesetz in Kraft getreten. Wenig Zeit für die 36 hauptamtlichen Ausbilder des Studienseminars die Umsetzung zu koordinieren und die Inhalte aufzubereiten.

Die Personalsituation im Studienseminar des Schulamtsbezirks habe sich außerdem verschlechtert. Es werde künftig weniger Vorbereitungszeit für Unterrichtsbesuche der Referendare geben, sagt Rottmann. Eventuell müssten sogar Besuche gestrichen werden. Die Referendare kommen zum Großteil von den Universitäten Kassel und Göttingen, es seien aber auch welche aus Bremen und Nordrhein-Westfalen dabei.

In Fritzlar werden Lehrer für Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie Förderstufen ausgebildet. Sie verbringen zwei Drittel der Zeit an den Schulen im Schwalm-Eder-Kreis und im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Derzeit werden vom Studienseminar insgesamt 146 Referendare betreut.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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