Homberger Burg- und Wurzgartenfest diesmal mit einem besonderen Thema

Alles rund um die Wolle

Hausherren auf dem Burgplateau: Die Ritterschaft zu Hohenburg demonstrierte Geschlossenheit. Fotos: Ehl-von Unwerth

Homberg. Wolle spielte für Homberg eine wichtige Rolle, denn die Stadt war für deren Handel ein wichtiger Standort. Das war jetzt der Grund, um das 12. Burg- und Wurzgartenfest auf der Hohenburg unter das Motto „Vom Schaf bis zum Gewande“ zu stellen.

Die Besucher erfuhren, wie die Homberger im Mittelalter zu großem Wohlstand gekommen waren. Homberg sei im Mittelalter eine namhafte Wollhandelsstadt gewesen, betonte Alfred Uloth, Vorsitzender der Burgberggemeinde. So habe es 20 000 Schafe in der Region gegeben, die 1000 Zentner Wolle pro Jahr produzierten.

Auf der Grundlage dieses Handwerkszweiges hätten regional 400 Betriebe ihr Auskommen gehabt – von den Schafzüchtern über Wollspinner, -färber und -weber bis hin zu den Gewandreißern und Tuchhändlern. Stationen der Herstellung und Verarbeitung von Wolle zeigten die Falkensteiner Hunde aus Holzhausen am Hahn.

Der Verein, der sich der Pflege des mittelalterlichen Lebens und Brauchtums verschrieben hat, zeigte zudem in einträchtigem Miteinander mit der ortsansässigen Ritterschaft zu Hohenburg ein zünftiges mittelalterliches Lagerleben.

Munteres Markttreiben, Burgführungen, Märchenerzählungen von Elisabeth Kaufmann, tänzerische Einlagen der Volkstanzgruppe Harle, ein Flötenkonzert der Musikschule Schwalm-Eder, Harfenklänge von Karl-Heinz Will sowie kulinarische Köstlichkeiten sorgten für ein schönes Fest.

Nostalgie und Liebe zu den althergebrachten Berufen demonstrierte Sozialpädagoge Benny Altmann aus Homberg anhand seines Hobbys: Vom Spinnen der Wolle über das Färben mit Naturmaterialien wie Kurkuma, Birke und Conchenille (Schildlaus) bis zur Herstellung des fertigen Produktes in Form von Jacken, Pullovern und Strickstrümpfen vermittelte er die Faszination alter Handwerkskunst.

Die Burgberggemeinde Homberg hatte ihre Traditionsveranstaltung auf der Burg erstmals einem speziellen Thema gewidmet.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

Kommentare