Beim Bilderschwatz ging es um Wilhelm Thielmann und sein Werk „Das kranke Kind“

Alltag im Blick des Malers

DRK als Patenverein für den Bilderschwatz: von links Ingrid Grein, Friedhelm Bechtel (Vorsitzender DRK Willingshausen), Paul Dippel(Moderator), Freifrau Donata von Schenck zu Schweinsberg (Vize-Präsidentin DRK), Bürgermeister Heinrich Vesper, Helmut Geißel (Vorsitzender der Vereinigung Malerstübchen), Manfred Lau (Kreisgeschäftsführer DRK) und Ulli Becker-Dippel. Foto: Mangold

Willingshausen. Eine besonders große Besucherschar hatte der fünfte Bilderschwatz in Willingshausen angezogen, rund 60 Gäste waren gekommen, um sich über den Willingshäuser Maler Wilhelm Thielmann und sein Werk zu informieren, sowie miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Es spricht sich rum, es kommen immer mehr“, stellte Moderator Paul Dippel zufrieden fest, dessen Ehefrau Ulli Becker-Dippel zusammen mit Ingrid Grein den „Talk mit der Kunst“ ins Leben gerufen hatte. Patenverein war diesmal das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Willingshausen, dessen Einladung auch besondere Ehrengäste wie Freifrau Donata von Schenck zu Schweinsberg, Vize-Präsidentin des DRK, und Manfred Lau, Geschäftsführer des DRK gefolgt waren. Der Ortsverein, der 1958 im Anschluss an den Vaterländischen Frauenverein gegründet wurde, ist aktiv in der Jugend- und Seniorenarbeit, veranstaltet Weiterbildungen und Blutspenden. Die Vize-Präsidentin erinnerte sich an ihren ersten Kontakt mit dem DRK, als sie als Kind bei einem Besuch in Willingshausen von der „Mutter Schwertzell“, der Freifrau Anna-Luise von Schwertzell, hörte, die zu den Mitbegründern des Ortsvereins zählt und sehr aktiv im DRK mitarbeitete.

Passend zur Thematik der Arbeit des DRK wurde für den 5. Bilderschwatz eine Radierung von Wilhelm Thielmann „Das kranke Kind“ vorgestellt. Das Bild sei mit seinem kräftigen Strich typisch für Thielmanns Malstil und Ausdrucksweise, erklärte Helmut Geißel, Vorsitzender der Vereinigung Malerstübchen, der auch den Lebenslauf des Malers kurz zusammenfasste. Beim Titel des Bildes sei es nicht sicher, ob der Maler oder später jemand anderes das Bild so genannt habe.

Von der Wiege bis zur Bahre

Thielmann stellte in seinen Bildern das Alltagsleben der Schwälmer dar und ist damit einzigartig unter den 340 Künstlern, die in der Künstlerkolonie gelebt und gearbeitet haben. Kein anderer habe so ausdrucksvoll das Leben in der Schwalm, von der Wiege bis zur Bahre festgehalten, erklärte Geißel. Der Künstler habe durch sein Leben im Ort die Menschen so erlebt, so wie sie waren. Überliefert ist von Thielmanns Frau Alexandra, dass sie ihren Mann gefragt habe: „Wann bist Du endlich mit der Radierung in der Gastwirtschaft fertig? Und wann kommen die Männer der Willingshausener Frauen heim und sind mal nicht besoffen?“ Nicht nur scheint es oft hoch her gegangen zu sein, Thielmann habe auch viel Sinn für Humor gehabt, wie seine Karikaturen zeigen.

Im Anschluss gab es noch einen Schwälmer Imbiss, wozu die Ortsgruppe des DRK einlud. An einem Stand des DRK konnten sich die Besucher über die Arbeit der Hilfsorganisation informieren.

Beim nächsten Bilderschwatz im Juni ist die Burschenschaft Willingshausen Bilderpate und lädt zum Talk mit Kunst ein.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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