Am 27. März sind Kommunalwahlen

„Als Bürgermeister stehe ich vorn“: Reinhard Schaake über seine Ziele

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Will sein Amt verteidigen: Bürgermeister Reinhard Schaake.

Wolfhagen. Am 27. März sind Kommunalwahlen. In Wolfhagen wird an diesem Tag auch der Bürgermeister gewählt. Neben Herausforderer Carsten Röhl kandidiert Amtsinhaber Reinhard Schaake. Wir sprachen mit dem Bürgermeister.

Herr Schaake, Sie bezeichnen sich unter anderem als Neudenker. Wie gut haut das hin nach über elf Jahren im Amt?

Reinhard Schaake: Aus meiner Sicht gut. Das zeigen viele Entwicklungen in der Stadt. Nehmen wir zum Beispiel die frühere Kaserne, die jetzt zivil genutzt wird und wo neue Arbeitsplätze entstanden sind und weitere entstehen werden. Von 2002 bis heute haben sich die Einnahmen bei der Gewerbesteuer gut vervierfacht, sie liegen derzeit bei rund 3,8 Millionen Euro, daran können wir ablesen, dass die Arbeit Früchte trägt.

Was sagen Sie zu dem Vorwurf, häufig auf fahrende Züge zu springen, sich an andere Ideen dranzuhängen?

Schaake: Tatsache ist doch, dass ich viele Dinge angeschoben habe. Ich war zum Beispiel persönlich im Ministerium in Berlin, dort haben wir die Weichen gestellt für die Konversion der Kaserne, damit auch für die Ansiedlung der Firma Energy Glas, bei der heute in der Pommernanlage rund 80 Mitarbeiter beschäftigt sind. Wir haben die beste Arbeitslosenquote in der Region - und das liegt auch ganz klar an den Gewerbeansiedlungen. Wir sind als Stadt aktiv, und als Bürgermeister stehe ich vorn.

Ein zentrales Problem ist der Bevölkerungsrückgang im ländlichen Raum. Wie wollen Sie gegensteuern?

Schaake: Wir brauchen Menschen in der Stadt, neue Einwohner, aber auch Tagestouristen. Die bekommen wir aber nur über attraktive Angebote. Es wird derzeit auf Landkreisebene daran gearbeitet, für die Bürger eine Servicestelle Landleben zu entwickeln. Dort sollen zentrale Aspekte behandelt werden, etwa wie man sein Fachwerkhaus sanieren kann oder wo welche Unterstützung zu bekommen ist.

Aber Menschen siedeln sich nicht einfach wegen schöner Fachwerkhäuser an. Die schauen eher, wo ist der nächste Arzt, wo kann ich einkaufen. Wie sieht Ihr Rezept aus?

Schaake: Wir müssen weiche Faktoren schaffen. Kinderbetreuung ist da wichtig, Angebote für Familien, eine Musikschule zum Beispiel, die wir ja schon haben. Die Vernetzung der Angebote, eine schnelle und pragmatische Hilfe, das wollen wir bieten. Für die Innenstadtentwicklung habe ich zwei Ideen. Entweder eine Art Wohnstadt mit viel Grün, oder aber eine Belebung mit Geschäften.

Bei 27 leer stehenden Geschäften in der Stadt ist das ja eine wahre Herkulesaufgabe.

Schaake: Ja, aber wir haben auch die Chance auf Förderung durch das Programm aktive Kernbereiche. Wir müssen die Debatte führen und die Leute mit ins Boot holen, etwas gemeinsam entwickeln.

Herr Schaake, wagen Sie eine Prognose. Wie sieht Wolfhagen im Jahr 2015 aus?

Schaake: Wir werden unser Ziel erreichen, den Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, der in Wolfhagen verbraucht wird.

Mit einem Bürgerwindpark?

Schaake: Mit einem Bürgerwindpark. Windkraft ist ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes, ohne Windkraft wird auch der Atomausstieg nicht gelingen. Die Stromnetze gehören in Bürgerhand, so wie bei uns in Wolfhagen, und künftig auch die Stromproduktion.

Thema Schulden. Diese liegen bei 15 Millionen Euro. Wie kommt die Stadt von diesem Berg runter?

Schaake: Wenn wir nicht investieren würden, könnte wir pro Jahr circa eine Million Euro tilgen. Dann wäre aber ganz schnell das Leben in Wolfhagen nicht mehr lebenswert, weil vieles den Bach runter gehen würde. Durch Konjunkturprogramme haben wir günstige Kredite bekommen. Wenn wir in Zukunft noch mehr Steuereinnahmen haben, können wir auch den Schuldenberg abbauen.

Quelle: HNA

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