Abrissarbeiten: Am Melsunger Schlosshof entstehen 23 altersgerechte Wohnungen

Altbau weicht für Senioren

Fast nichts mehr übrig: Das zweigeschossige Nachkriegsgebäude am Melsunger Vogteiplatz liegt nahezu vollständig in Trümmern. Nächstes Jahr will die Firma Gewerbebau Rüttger dort einen seniorengerechten Wohnkomplex (kleines Bild) hochziehen. Foto:  Schorn/Repro: Büro Rüttger

Melsungen. lm Herzen der Melsunger Altstadt wird Platz geschaffen für einen Neubaumit 23 altersgerechten Eigentumswohnungen. An der Einmündung Vorderes und Hinteres Eisfeld, direkt angrenzend an den Schlosshof, hat der Bagger einer Baufirma bis gestern bereits den Großteil eines zweistöckigen Altbaus abgerissen, in dem sich früher eine Fahrschule befand.

Für 14 der Wohnungen gebe es bereits Käufer, für zwei weitere feste Interessenten, sagte der Melsunger Projektentwickler Wilmar Rüttger auf HNA-Anfrage. Als Nächstes würden auch die angrenzenden Schuppengebäude abgerissen, in denen sich vor etlichen Jahren eine Autowerkstatt befand. Für den neuen Wohnkomplex mit zwei Satteldachgebäuden plus Verbindungstrakt solle nach dem Winter die Baugrube ausgehoben werden; bis Frühjahr 2012 werde dann alles fertig sein.

Wohnen mit Service

Unabhängig vom Alter sollen die künftigen Bewohner auch bei zunehmender Pflegebedürftigkeit möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können. Ansprechpartner für Pflege, Hilfen und Betreuung werden sie direkt im Haus vorfinden, denn die Diakoniestation Fulda-Eder will von der Kasseler Straße in den Neubau umziehen. Die Verträge sind laut Rüttger unter Dach und Fach, ebenso mit Freiberuflern, die dort Krankengymnastik und Fußpflege anbieten wollen. Weiterhin werde noch eine Praxis für Ergotherapie hinzu kommen.

Das Konzept des Service-Wohnens mitten in der Stadt sieht nach Angaben der Firma Gewerbebau Rüttger und der Diakoniestation vor, dass die Bewohner eine breite Palette frei wählbarer Zusatzleistungen in Anspruch nehmen können. Vermittelt werden diese von einem Servicebüro, das die Diakoniestation im Erdgeschoss des Hauses einrichten und mindestens vier Stunden werktäglich besetzen will.

Dort wird den Planungen nach hauswirtschaftliche Unterstützung wie Wohnungsreinigung, Mahlzeiten-Service, Hilfe beim Einkauf und Wäschedienst organisiert – je nachdem, was die Bewohner jeweils brauchen, bezahlen wollen oder verordnet bekommen. Wer Pflege oder Behandlung braucht, kann auf die Angebote des Diakonie-Pflegeteams oder der Therapeuten im Haus zurückgreifen.

Dass es einen hohen Bedarf für derartige Angebote in Zentrumsnähe gibt, sehe man an der schon recht weit fortgeschrittenen Vermarktung der Wohnungen, sagt Rüttger.

Da es sich bei den Altbauten nicht um die sonst innenstadtüblichen Fachwerkäuser handelt, sind beim Vorhaben des Investors keine Denkmalschutzbelange berührt. (asz)

Quelle: HNA

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