Serie: Alte Berufe

Sattlerin Daphne Wienecke sorgt für den perfekten Sitz

Wolfhagen. Wenn das Handy von Daphne Wienecke klingelt, wird ihre Hilfe dringend benötigt. Die 41-jährige Sattlermeisterin kümmert sich darum, dass Pferd und Reiter bequem unterwegs sind.

Bei der Wolfhagerin dreht sich alles um das Material Leder. Zu ihren Aufgaben gehören nicht nur die Reparatur und das Bauen von Sätteln und Trensen. Sie repariert auch Taschen, Gürtel und Aktenkoffer. Daphne Wienecke ist die einzige Reit- und Fahrsportsattlerin im Wolfhager Land.

Die Wolfhagerin liebt vor allem die vielfältigen Aufgaben. „Das Besondere an dem Beruf ist die Arbeit im Freien und drinnen, die Arbeit mit Leder und die Kreativität.“ Über einen Zufall ist die damalige angehende Pferdewirtin zur Sattlerei gekommen. „Ich habe ein eigenes Pferd bekommen, das einen neuen Sattel brauchte“, erinnert sich die 41-jährige Wolfhagerin Wienecke.

Die Suche nach einem geeigneten Sattel für das Pferd gestaltete sich schwierig. Doch eine gute Sattlerin konnte Daphne Wienecke damals helfen. Das Interesse für den Sattler-Beruf war bei der Wolfhagerin geweckt.

„Pferde gibt es von Anbeginn der Geschichte, und solange existieren auch Sattler“, betont Daphne Wienecke. Allerdings habe sich das Berufsbild gewandelt, eine Spezialisierung hat stattgefunden. „Da gehörte damals noch das Polstern von Möbeln dazu.“ Vor zehn Jahren hat die Wolfhagerin ihre Meisterprüfung in abgelegt. „Dort wurde mir gesagt, dass ich seit über 30 Jahren die erste bin, die wieder eine Sattlerprüfung macht“, erinnert sich die 41-Jährige.

Genäht und mit dem Material Leder gearbeitet habe die 41-Jährige immer schon gerne. Insbesondere ihre Kreativität kann sie in dem alten Beruf ausleben. „Ich entwerfe viele Trensen und Fahrzäume für die Shettis.“ Die Werkzeuge die die Sattelmeisterin verwendet, haben sich kaum verändert. „Lediglich eine Nähmaschine ist dazugekommen.“

Mit der harten Konkurrenz im Internet könne Daphne Wienecke nur schwer mithalten. „Den Leuten ist die Qualität egal“, sagt die Wolfhagerin. Sie schauen nur auf den Preis. „Oft ist die Reparatur auch teurer als die Neuanschaffung eines Sattels oder einer Trense.“

Daphne Wienecke sieht aber in dieser Entwicklung auch noch andere Gefahren. „Wenn die Trense oder der Sattel nicht passen, dann folgen daraus viele andere Probleme mit dem Pferd.“ Die Sattlerin liebt ihren alten Handwerksberuf. „Ich wünsche mir für die Zukunft, dass die Leute anfangen, nicht an der falschen Ecke zu sparen und regelmäßig ihre Sättel zur Kontrolle bringen.“

Von Johanna Uminski

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Uminski, Johanna

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