Schuldnerberatung verzeichnet steigende Zahl von Betroffenen

Alte Menschen häufig in der Schuldenfalle

Schwalm-Eder. Die Zahl alter Menschen, die sich verschuldet haben, steigt. Das stellen Schuldnerberater fest. Bei ihr habe deren Zahl in den vergangenen zwei Jahren um 30 Prozent zugenommen, schätzt Martina Jansen, Schuldnerberaterin der Verbraucherzentrale in Borken. Das sei allerdings eine Schätzung und keineswegs ein repräsentativer Wert.

Die Borkener Schuldnerberatung legt an ihren Aktionstagen in der kommenden Woche den Fokus auf die Älteren. Bei ihnen sei die Hemmschwelle häufig hoch, bevor sie sich zu einer Beratung entschlössen, sagt Jansen.

Die Gründe, warum gerade Senioren betroffen sind, seien vielfältig, sagen die Beraterinnen. Gerade Umbrüche im Leben, etwa Trennung, Scheidung oder der Tod des Partners könnten die finanzielle Situation plötzlich verschlechtern.

Haus muss abbezahlt werden

Auch der Rentenstart könne zum Problem werden, etwa wenn ein Haus noch nicht abbezahlt ist und dort gleichzeitig Renovierungen anstehen.

Außerdem sei es heute längst nicht mehr Standard, dass Menschen ihr Leben lang beim selben Arbeitgeber blieben. Arbeitslosigkeit, Minijobs und ähnliches sind weitere Faktoren, die in die Schuldenfalle führen können. Mit den Aktionstagen wollen die Schuldnerberater auf ihr Angebot aufmerksam machen.

Es komme häufig vor, dass die Verschuldung erst spät bemerkt wird. Angehörige stellten zum Beispiel fest, dass der Strom abgestellt wurde oder die Heizung nicht läuft, weil Öl- und Gastanks leer sind.

Gerade ältere Menschen verschleierten die Probleme oft aus Scham. So würden häufig die Reserven aufgebraucht und das Konto überzogen, bis gar nichts mehr geht. Deswegen, sagt Beraterin Antje Hartmann, solle man früh zur Beratung gehen: „Wenn ich merke, ich komme nicht zurecht, sollte ich nach Hilfe suchen.“ ZUM TAGE/HINTERGRUND

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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