Umstellung auf WOH-Kennzeichen wäre technisch umsetzbar

Alte Nummernschilder könnten kommen

Wolfhager Land. Es ist kein Aprilscherz: Die Verkehrsminister von Bund und Ländern beraten kommende Woche über die Einführung der alten Kfz-Kennzeichen. Mit der Gebietsreform Anfang der 70er-Jahre waren viele Kürzel für Nummernschilder abgeschafft worden, so auch WOH für zugelassene Fahrzeuge im Altkreis Wolfhagen.

Befürworter der Wiedereinführung erhoffen sich positive Auswirkungen für das Ansehen der einzelnen Städte. Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake findet, dass die Idee „verlockend klingt“. Damit könne die Identifikation mit der Heimat gesteigert werden, meint der Rathauschef. „Für Wolfhagen wäre es schön“, sagt Schaake. „Allerdings müsste man abwägen, ob dies zukunftsweisend wäre“. Die Stadt Wolfhagen sei bemüht, vermehrt mit Nachbarn zusammenzuarbeiten. „Daher wäre es widersprüchlich, wenn mit den alten Kennzeichen jeder für sich sein eigenes Profil herausarbeiten würden“, so Schaake. Außerdem müsse zunächst geprüft werden, ob eine Umstellung technisch überhaupt möglich sei.

„Der Aufwand wäre der gleiche wie bisher“, sagt Thomas Nockert, Leiter der Kfz-Zulassungsstelle Kassel. Ob ein Auto das Kennzeichen KS oder WOH erhalte, spiele bei einer Neuzulassung keine Rolle. Zunächst müsste die Zulassungsverordnung durch den Bund geändert werden, erklärt Nockert. Dann müssten die entsprechenden EDV-Programme sowie die Schilderpräger in den Zulassungsbehörden angepasst werden.

„Viele wollen die alten Kennzeichen wieder“, weiß Nockert. Es gebe im Altkreis noch 191 Fahrzeuge mit WOH, fast ausschließlich alte landwirtschaftliche Geräte, zum Beispiel Ackerschlepper. Wenn ein Fahrzeughalter stirbt, würden Angehörige oft versuchen, eine zwangsweise Umschreibung zu verhindern, um das alte WOH-Kennzeichen zu erhalten, berichtet Nockert. Seite 2

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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