Alte Stuhlfabrik soll Mehrgenerationenhaus werden

Remsfeld: Bürgermeister Jörg Müller will Seniorenheim bauen

Remsfeld. Jörg Müller hätte gerne, dass es ganz fix geht. Der Knüllwalder Bürgermeister würde gerne schon sehr bald die hinteren Hallen am Gelände der ehemaligen Stuhlfabrik abreißen und dort ein Seniorenheim errichten.

Das aber kostet ein paar hunderttausend Euro - deshalb ist die Förderung des Landes so wichtig. Sobald das Wiesbadener Wirtschaftsministerium das Okay gibt, will die Gemeinde die Abrissbirne in Position bringen. "Wir stehen nicht nur in den Startlöchern, wir kratzen schon auf der Aschenbahn herum", sagt Müller.

Grund für die Ungeduld ist vor allem die große Resonanz, die die Idee in der Einwohnerschaft findet. Heinrich Bambey hat ein Gutachten verfasst, das auch belegt, dass es einen Bedarf an seniorengerechten Wohnungen und Pflegeplätzen in Knüllwald gibt. Dass der aber so groß ist, wie sich jetzt herausstellt, das überrascht die Gemeindeverwaltung doch. Umso mehr Energie setzt sie daran, das Projekt auf den Weg zu bringen.

Wer bislang in Knüllwald wohnte und aus Altersgründen ins Heim umziehen wollte, musste sein Revier verlassen und auf Homberg, Borken, Ersrode ausweichen. Das soll sich mit dem Bau des Seniorenheims, das auch "Mehrgenerationen-Wohnpark" genannt wird, ändern.

Wichtigste Voraussetzung für dessen Errichtung sind die Zuschüsse aus dem Programm Stadtumbau in Hessen. Es gibt klare Vorgaben: Wenn Geld für die Gemeinde fließen soll, muss sie auch Grundstückseigentümerin sein. Deshalb hat die Verwaltung mehrere Vorschläge erarbeitet: a) Die Gemeinde kauft das Gelände von der Hessischen Landgesellschaft, reißt die Hallen im hinteren Teil ab und stellt das Grundstück mit einem Erbbaurechtsvertrag Investor und Betreiber zur Verfügung b) Die Gemeinde setzt eine genossenschaftliche Lösung um. Dabei beteiligt sie die Einwohner am Projekt, das sie an den Betreiber vermietet. Die Mitglieder dieser Genossenschaft können dann ihren Bedarf anmelden und werden vorrangig berücksichtigt. c) Die Gemeinde verzichtet auf das genossenschaftliche Projekt und sucht einen Betreiber aus der Region.

Das Seniorenheim soll den Einstieg in die die Altenpflege in Knüllwald darstellen. Die Idee eines Wohnparks für mehrere Generationen sei dafür ideal, sagt Ursula Franz vom Bauamt. "Uns geht es nicht um die klassische Separierung der Älteren im Heim", sagt sie. "Uns geht es um ein selbstbestimmtes Leben von Senioren und jüngeren Menschen mit Behinderungen."

Für die Gemeinde steht fest, dass es sich um ein Erfolgsrezept handelt. Die Lage am Gelände der ehemaligen Stuhlfabrik sei perfekt, weil mitten im Ort und damit zentral zu allen Einkaufsmöglichkeiten gelegen. Der Bedarf sei hoch, die Zielgruppe groß, sagt Müller: Seinetwegen könne es also losgehen.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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