Altenburger wollen Dorfgemeinschaftshaus nicht an Flüchtlinge abgeben

Gedrückte Stimmung: von links Jutta Inauen (Arbeitskreis „Zusammenleben in Felsberg“), Heidrun Hartwig (Landkreis) und Gerd Kümmel (Polizei) und Bürgermeister Volker Steinmetz informierten die Anwohner über die Pläne für eine mögliche Flüchtlingsunterbringung im Dorfgemeinschaftshaus Altenburg. Foto: Eberlein

Altenburg. Die Altenburger wollen verhindern, dass ihr Dorfgemeinschaftshaus (DGH) als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt wird.

Das wurde bei einer Infoveranstaltung am Dienstagabend deutlich.

Warum zieht die Stadt das Dorfgemeinschaftshaus Altenburg als Flüchtlingsunterkunft in Betracht? 

2031 Flüchtlinge sind laut Kreisverwaltung zurzeit im Schwalm-Eder-Kreis verteilt und die Zahl wird steigen. Das sagte Heidrun Hartwig von der Kreisverwaltung. Für die Flüchtlinge werden Unterkünfte benötigt - deshalb seien alle Bürgermeister angewiesen worden, auch die Dorfgemeinschaftshäuser daraufhin zu prüfen, ob diese als Flüchtlingsunterkünfte taugen würden, sagte Hartwig. „Wir müssen nicht akut damit rechnen, dass größere Zuweisungen in Kürze kommen, aber wir müssen rechtzeitig Optionen auftun und prüfen“, erklärte Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz.

Wie viele Flüchtlinge könnten ins DGH einziehen? 

Obwohl nicht gerade geräumig, fänden im kleinen Saal des Gebäudes bis zu zwölf Menschen Platz, sagte Steinmetz.

Müsste das DGH zu diesem Zweck umgebaut werden? 

Mit dem Einsatz von mobilen Wänden können vier voneinander getrennte Bereiche mit Schlafplätzen für jeweils drei Personen entstehen. Eine Küche und sanitäre Einrichtungen sind bereits vorhanden.

Zudem wird die Stadt den bisher ungenutzten Teil des DGH als Obdachlosenwohnung umgestalten und damit schon in Kürze beginnen.

Die Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften solle aber erst erfolgen, wenn dies tatsächlich nötig werde, sagte der Bürgermeister.

Wie groß war das Interesse an der Info-Veranstaltung? 

Rund 30 Menschen wohnen im Stadtteil Altenburg. Zur Informationsveranstaltung war aus jedem Altenburger Haushalt mindestens ein Mitglied erschienen.

Wie wichtig ist das DGH für Altenburg? 

Das DGH wird eher wenig genutzt: Etwa 20 Veranstaltungen finden dort jährlich statt. Trotzdem liegt den Altenburgern das DGH am Herzen. Die Bewohner hatten es noch vor der Eingemeindung zu Felsberg selbst errichtet und möchten selbst bestimmen, wie es genutzt wird.

Was halten die Altenburger von den Plänen? 

Die Bewohner von Altenburg zeigten sich bei der Info-Veranstaltung wenig begeistert von den Vorschlägen und Plänen der Stadt. Altenburg sei nicht der richtige Standort für Flüchtlingsunterkünfte, da es schlicht an der nötigen Infrastruktur mangele - es existiert nicht einmal eine Busverbindung. Zudem möchten die Bewohner das Gemeinschaftsgebäude wie bisher nutzen. Sie forderten den Bürgermeister wiederholt auf, eine Alternative zu ihrem DGH zu finden.

Wie wollen die Altenburger vorgehen? 

Die Bewohner wollen prüfen, ob das DGH, das sie selbst errichtet haben, überhaupt als kommunales Eigentum gewertet werden kann. Die Altenburger wollen das Gebäude selbst verwalten und bewirtschaften. Wenn es dazu käme, wäre eine Nutzung als Flüchtlingsunterkunft wohl nicht mehr gegeben, sagte Heidrun Hartwig von der Kreisverwaltung.

Was sagen die Verantwortlichen zu den Bedenken der Altenburger? 

Sowohl Bürgermeister Steinmetz, als auch Heidrun Hartwig von der Kreisverwaltung, Gerd Kümmel von der Melsunger Polizei und Jutta Inauen vom Arbeitskreis „Zusammenleben in Felsberg“ zeigten Verständnis für die Bedenken und Einwände der Anwesenden. Es könne nicht alles gleich perfekt laufen, aber man stehe vor einer Aufgabe, die es gemeinsam zu bewältigen gelte, sagte Steinmetz.

Quelle: HNA

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