Arbeiterwohlfahrt will Brandschutz optimieren

Immer wieder Fehlalarm im Melsunger Altenheim

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War in den vergangenen Wochen oft das Ziel der Feuerwehr: Im Melsunger Altenzentrum, dem Horst-Schmidt-Haus, wurde drei Mal ein Fehlalarm ausgelöst.

Melsungen. Es war am Sonntag das dritte Mal binnen weniger Monate, dass im Melsunger Awo-Altenzentrum der Feueralarm ausgelöst wurde. Immer handelte es sich um einen Fehlalarm.

43 Einsatzkräfte rückten am Sonntag aus um dann im Horst-Schmidt-Haus festzustellen, dass die Bewohner einer Hausgemeinschaft beim Kochen soviel Dampf abgelassen hatten, dass die Brandmeldeanlage auslöste und die Feuerwehr alarmiert wurde.

Drei Fehlalarme in vier Monaten das sei sehr ungewöhnlich, sagte Awo-Geschäftsführer Michael Schmidt auf Anfrage unserer zeitung. In den beiden ersten Fällen im September und November hätten Firmen den Alarm ausgelöst, als sie bei Handwerksarbeiten eine Staubwolke entfachten, die den Alarm auslöste.

"Wir verpflichten künftig alle Unternehmen, dass sie Vorkehrungen treffen, dass so etwas nicht mehr passiert", sagt Schmidt und meint, dass die Betriebe für eine bessere Abdeckung und größeren Schutz bei Staub sorgen. Ein Alarm ob nun aus Versehen ausgelöst oder nicht bedeute für Mitarbeiter, Bewohner und auch Nachbarn immer große Aufregung und viel Stress. "Viele sind ja dann gleich aufs Schlimmste gefasst."

Das Schlimmste, was jetzt auf die Arbeiterwohlfahrt zukommt, sind die Gebührenrechnungen der Stadt Melsungen. Denn die stellt für die Einsätze bei Fehlalarmen in Altersheimen und der Klinik eine Pauschale von 650 Euro in Rechnung. Ein Fehlalarm in einem gewerblichen Betrieb dagegen kostet "nur" 400 Euro. Der sei billiger, da er nicht mit Menschenrettung verbunden sei, sagte ein Sprecher der Stadt.

Die Kosten für die ersten beiden Fehlalarm-Fälle hat die Awo an die Firmen weiter gegeben, die mit ihrem staubintensiven Arbeiten dafür verantwortlich gewesen seien, dass die Feuerwehr anrückte. Die Rechnung für deren Einsatz am Sonntag trägt die Einrichtung selbst.

Die Awo-Geschäftsführung suche nun nach Optimierungsmöglichkeiten: "Brandschutz hat für uns eine herausragende Bedeutung", sagt Schmidt. "Die Vorfälle zeigen uns aber, dass wir das Thema noch intensiver und präventiver angehen müssen."

Schmidt weiß, wie wichtig der Brandschutz im Altenzentrum ist: Im August 2012 war der Dachstuhl des Horst-Schmidt-Hauses komplett in Flammen aufgegangen. Die Ursache: Funkenschlag bei Bauarbeiten.

Von Claudia Brandau

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Quelle: HNA

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