Altenzentrum Eben-Ezer: Bessere Ausbildung gegen Fachkräfte-Mangel

Beste Pflege und Versorgung der Menschen in Alten- und Pflegeheimen: Das wird zunehmend schwierig, weil das Fachpersonal dafür fehlt. Das Gudensberger Altenzentrum Eben-Ezer hat deshalb vor vier Jahren die Initiative ergriffen und bildet verstärkt aus. Foto: Archiv

Gudensberg. Wer gute Fachkräfte haben will, muss sich selbst um Aus- und Weiterbildung kümmern: Nach diesem Motto arbeitet seit einigen Jahren das Altenzentrum Eben-Ezer in Gudensberg, unterstützt von der Goethe-Universität Frankfurt.

Die Früchte der Anstrengungen könne man jetzt einholen, sagte Heimleiter Walter Berle kürzlich, als er die frisch gebackenen Altenpfleger und Praxisanleiter zu ihren bestandenen Prüfungen beglückwünschte.

Es gehe bei dem Kampf um gute Ausbildung auch darum, die Pflegeberufe aufzuwerten. Nur so könne man genügend engagierte Leute für diese Arbeit interessieren, die doch so viel zu geben habe, sagte Berle.

Zusammen mit der Goethe-Universität in Frankfurt entstand so das VISA-Projekt (VISA = Veränderung interner Strukturen in der Altenpflegeausbildung), um gegen den Fachkräftemangel in Pflegeberufen anzugehen.

Im Eben-Ezer habe das gefruchtet: In diesem und im vergangenen Jahr seien 17 Auszubildende für unterschiedliche Berufe im Altenzentrum tätig, vom Pflegediensthelfer über die Bürofachkraft bis zur Hauswirtschaftshilfe.

Inzwischen gibt es laut Heimleitung im Eben-Ezer eine eigene Ausbildungsabteilung. Für jeden Azubi existiert ein dafür qualifizierter Praxisanleiter, der sich als persönlicher Mentor um die Lernenden kümmert.

„Es wird regelrecht um die guten Fachkräfte gekämpft.“

Zurzeit arbeiten im Eben-Ezer laut Berle zwölf dieser Praxisanleiter, drei haben jetzt die Prüfung bestanden. Zwei Ausbilder arbeiten im Verwaltungsbereich.

Besonderer Wert wird auf die Weiterbildung gelegt. Der Dank galt deshalb auch den Altenpflegern, die die einjährige Ausbildung zum geronto-psychiatrischen Fachpfleger absolviert haben. „Jeder Mitarbeiter weiß, dass er bei Ihnen Rat und Hilfe erhalten kann, wenn es um besondere Problemfälle geht“, sagte Ausbildungsleiter Torsten Birkholz. Dass es manchmal eines besonderen Kraftaktes bedarf, um schließlich seinen Traumberuf ausüben zu können, belegten zwei der Absolventen: • ein junger Mann, jetzt geronto-psychiatrische Fachkraft, hatte zuvor eine Bäckerlehre gemacht und dann umgesattelt auf Altenpflege. Jetzt ist er spezialisiert auf den Umgang mit dementen Senioren. • eine junge Frau, die als Hilfskraft in der Wäscherei anfing, ließ nicht locker und arbeitete sich über die Altenpflege-Helferin bis zur qualifizierten Altenpflegerin hoch.

Auch wenn nicht in jedem Fall allen Azubis auch eine Arbeitsstelle im Altenzentrum selbst angeboten werden könne: Mit der Ausbildung habe keiner ein Problem, eine Stelle zu finden, ist sich Berle sicher. „Es wird regelrecht um die guten Fachkräfte gekämpft“, sagte er. Ziel in Gudensberg sei es, den eigenen Bedarf selbst zu decken.

Bestanden haben ihre Prüfungen: • die Altenpflegeausbildung Marry Klee, Stephanie Umbach, Denise Betz; • Ausbildung zur Bürokauffrau: Stephanie Elgner; • Praxisanleiter: Christian Bültmann, Cornelia Lüken, Tamara Schäfer; • zur Geronto-Fachkraft: Steffi Martin, Torsten Endter.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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