Marktplatz: Das Alter fordert nun seinen Tribut

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Start in den Surf-Sport: Karl Wagner zeigt seinen Surf-Club-Ausweis von 1979, den er nach seinem Lehrgang auf Fuerte Ventura erhielt.

Die Leute haben mich für verrückt erklärt“, berichtet Karl Wagner aus Guxhagen. „Ich war hier wohl der Erste, der mit einem Surfbrett auf dem Autodach in der Gegend herumgefahren ist.“ Das war Anfang der 80er-Jahre, nachdem er 1979 seinen Surf-Lehrgang auf Fuerte Ventura absolviert hatte.

Den Club-Ausweis besitzt er noch heute. Der sieht ebenso fast neu aus wie das Equipment, von dem Karl Wagner sich jetzt schweren Herzens trennt. Der pensionierte Polizeibeamte hat jedes Teil akribisch gepflegt und bei Nichtgebrauch sorgfältig eingelagert. „Ich musste das Surfen ja schon vor fünf Jahren aufgeben, aber so lange habe ich immer gehofft, doch noch einmal aufs Brett steigen zu können.“

Vom Skilauf zum Surfen

Viele schöne Erinnerungen verbinden sich für ihn mit dem geliebten Sport, zu dem er eigentlich aus einer Not heraus gekommen ist: „Ich war Skiläufer, habe auch an bundesweiten Wettkämpfen teilgenommen. Aber ein Unfall Anfang der 70er-Jahre erzwang ein Ende und so sind wir nicht wie sonst in den Winterurlaub gefahren, sondern nach Gran Canaria geflogen.“

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Leidenschaftlicher Surfer aus Guxhagen trennt sich von seiner Surf-Ausrüstung 

Zu der Zeit wurde Surfen gerade Trendsport im Süden, dort sah er das erste Mal Menschen auf dem Wasser gleiten. Das hat ihm so gut gefallen, dass er das wenige Jahre später selbst versuchen wollte. Das war dann 1979, Karl Wagner war Mitte 30, als der Sport auf dem europäischen Festland, fern einer Küste noch immer nicht wirklich angekommen war.

Er surfte viele Jahre auf dem Affolder See, besonders gern „zwischen den Jahren“. Es folgten Reisen zu vielen europäischen Surf-Revieren, gemeinsam mit seiner Frau, eigens dafür wurde auch ein Wohnmobil angeschafft. Stationen waren unter anderem das Veersemeer, das Velowe-Meer und das Grevelinger Meer in Holland, das Zwischenahner und das Steinhuder Meer, der Dümmersee und der Bodensee, das Eiselmeer, der Greifswalder Bodden, die Ostsee vor Fehmarn, der Plauer See und die Müritz.

Mittlerweile erkundet das aktive Ehepaar per E-Bike Nordhessen und die Urlaubsregionen – und der verfügbare Platz im Lager-Blockhaus wird langsam knapp. „Darum will ich nun meine Surf-Ausrüstung komplett abgeben“, begründet Karl Wagner seinen Entschluss.

Als echter Surf-Fan war für ihn immer nur das Beste gut genug: Zwei Surfbretter (Mistral Malibu, 3,60 Meter lang und BIC-Astro Rock, 2,90 Meter lang) und sechs Segel (4,50 bis 7,5 Quadratmeter) – jedes auf beiden Brettern verwendbar – ermöglichten ihm das Surfen von Windstärke zwei bis sieben. Dazu diverses Zubehör, unter anderem Finnen – ebenfalls für alle Windstärken, Anzüge, Westen, Trockenanzug (Größe 50) und Stiefel.

Von Constanze Junker

Quelle: HNA

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