Gesundheitskarte: Ärzte und Kassen uneinig

Übergangsfrist: Mit alter Karte im neuen Jahr zum Arzt

Wolfhagen. Am 1. Januar ist es soweit - dann soll die elektronische Gesundheitskarte (eGK) die Krankenversicherungskarte ablösen. Laut Oliver Ewald, Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, haben um die 95 Prozent der gesetzlich Versicherten die neue Karte bereits heute.

Auch in der Wolfhager Gemeinschaftspraxis von Burkhard Thielemann und Dr. Matthias Hughes benutzen die meisten Patienten die eGK bereits oder haben sie beantragt. Mit Problemen bei der Umstellung rechnen die Mitarbeiter der Praxis nicht.

Doch was passiert, wenn man im kommenden Jahr ohne die Gesundheitskarte zum Arzt geht? Darüber herrscht derzeit noch Uneinigkeit zwischen dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Nach Aussage von Meinhard Johannides, Pressesprecher des hessischen Verbandes der Ersatzkassen, verliert die Krankenversicherungskarte zum 31. Dezember ihre Gültigkeit. Entwarnung gibt hingegen Karl Matthias Roth, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. Nach seiner Aussage gibt es eine Übergangsfrist bis zum 30. September. Zudem könnten die alten Karten bis zum Ablauf des aufgedruckten Gültigkeitsdatums verwendet werden.

Das Bundesgesundheitsministerium hat beide Verbände nun „um Klarstellung gebeten“, wie Pressesprecher Oliver Ewald auf Nachfrage der HNA mitteilt. Der Gesetzgeber habe den gesetzlichen Rahmen für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte geschaffen. Die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen müssten miteinander klären, ab wann die alte Karte ihre Gültigkeit verliert.

Unbestritten ist, dass ein Patient ab Januar auch behandelt wird, wenn er keine eGK vorzeigen kann. Aus Sicht der Krankenkassen muss er dem Arzt dann innerhalb von zehn Tagen einen gültigen Versicherungsnachweis vorlegen.

Von Meike Schilling

Quelle: HNA

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