Awo informiert über die Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Demenz

Im Alter selbst bestimmen

Das Alter lässt sich planen: Michael Schmidt, Geschäftsführer der Awo Nordhessen, Gisela Pluquett Leiterin des Homberger Awo-Altenheims und Pflegedienstleiterin Dorit Kühne.

Schwalm-Eder. Wenn es um Fragen zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht geht, ist der Informationsbedarf groß. Das merken die Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in ihren Beratungen immer wieder. Deshalb bieten sie in den nächsten Wochen und Monaten in Homberg, Melsungen und Spangenberg Informationsabende an.

Bei diesen Veranstaltungen geht es zum einen um die Möglichkleiten, wie man Eigenverantwortung übernehmen und damit im Alter selbstbestimmt leben kann. Zum anderen aber geht es auch um einen unbefangeneren und leichteren Umgang mit Demenzkranken.

„Die meisten von uns hoffen, dass sie von Krankheit und Verfall verschont bleiben.“

Michael Schmidt, AWO

Die beiden Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht gehen aber längst nicht nur hochbetagte Menschen an, stellt Michael Schmidt, Geschäftsführer der Awo Nordhessen, klar. Jeder könne, völlig unabhängig vom Alter, durch Unfall oder Krankheit in die Lage kommen, dass er seine Angelegenheiten nicht mehr selbstverantwortlich regeln kann, sagt er. Einzige Möglichkeit, dem zu begegnen, sei eine frühzeitig getroffene Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Das klingt durchaus nachvollziehbar – und doch haben viele Menschen Angst, sich mit der eigenen Vergänglichkeit zu beschäftigen. Statt Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen, schieben viele die Frage, was im Alter aus ihnen werden soll, vor sich her.

„Die meisten von uns hoffen, dass sie von Krankheit und Verfall verschont bleiben,“ sagt Geschäftsführer Michael Schmidt. Doch die Statistiken strafen diese Hoffnung Lügen. 1,2 Millionen Menschen sind in Deutschland an Demenz erkrankt. In den kommenden Jahren soll ihre Zahl auf zwei Millionen steigen.

Zeit, dass solche Tabuthemen wie Vollmachten, Patientenverfügungen und Demenz aufgebrochen werden. Dazu will die Awo mit ihren Informationsabenden einen Beitrag leisten. „Wenn wir Vorbehalte in den Köpfen auflösen wollen, müssen wir die Bereiche Alter und Pflegebedürftigkeit auch nach außen tragen“, sagt Gisela Pluquett, Leiterin des Homberger Awo-Altenheims. Und zwar auch zu denen, die sich noch gar nicht in die Zielgruppe der Alten zählen. „Diese Themen gehen auch die an, die noch lange nicht pflegebedürftig sind“, sagt Schmidt. Da dürfte es eng werden bei den Infoveranstaltungen.

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Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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