Kreis zahlt immer mehr Grundsicherung

Altersarmut: Vielen reicht die Rente nicht

Schwalm-Eder. Im Landkreis gibt es nicht nur immer mehr ältere Menschen, sondern auch eine große Zahl von Senioren, die von ihrer Rente allein nicht mehr leben können.

Eine stetig wachsende Personenzahl ist im Alter auf ergänzende Grundsicherungsleistungen angewiesen, berichtet die Sozialverwaltung Schwalm-Eder. Monat für Monat kommen weitere Menschen hinzu, die vom Ertrag ihrer Lebensarbeitsleistung nicht über die Runden kommen, sagt der stellvertretende Behördenleiter Bernhard Ebel. Und dafür müsse der Kreis immer mehr Geld aufwenden. Im vergangenen Jahr haben 1460 Kreisbewohner eine Grundsicherung bezogen. 729 davon waren 65 Jahre oder älter – eine Steigerung um 17 Prozent oder 106 Personen binnen sechs Jahren in dieser Altersgruppe.

Für sie hat der Schwalm-Eder-Kreis im vergangenen Jahr 2,76 Millionen an Grundsicherungsleistungen aufgebracht. Wo die Entwicklung hingehe, sei klar, sagt Ebel: Wo Arbeitsverhältnisse immer prekärer, Erwerbsbiographien immer lückenhafter würden und zugleich die Lebenserwartung steige, drohe im Alter immer häufiger die Armutsfalle. Doch nicht nur die Zahl der zu versorgenden Alten nimmt nach seinen Angaben zu. Insgesamt wachse die Zahl derjenigen, die zum Beispiel wegen psychosomatischer Leiden dauerhaft nicht erwerbsfähig und deshalb auf die Grundsicherung angewiesen sind.

Zudem habe der Kreis auch pro Einzelfall kontinuierlich steigende Kosten, was vor allem an den Miet- und Energiepreisen liege. Insgesamt wurden im Vorjahr für Grundsicherungsleistungen 6,72 Mio. Euro aufgewendet, das waren fast 38 Prozent mehr als 2005. Die Sicherung des Existenzminimums sei eine gesetzliche Pflichtaufgabe, der sich der finanziell klamme Landkreis nicht entziehen könne, sagt Ebel: „Wir können den Leuten ja nicht sagen, wir haben kein Geld.“ (asz)

Quelle: HNA

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