Altes Forsthaus in Naumburg wird wegen Baufälligkeit abgerissen

+
Der Bagger wartet: Am Wochenanfang wird das marode alte Forsthaus abgerissen. Der Eigentümer, das Internationale Bildungs- und Sozialwerk will hier ein Haus für generationenübergreifendes betreutes Wohnen bauen.

Naumburg. Der Abriss-Bagger hat das alte Naumburger Forsthaus am Elbener Pfad in den vergangenen Tagen mehrfach umkreist: Nebengebäude wurden abgeräumt und vor allem Berge von Schutt und Sperrmüll in Container gehievt. Am Montag geht es dem großen Fachwerkhaus ans Gebälk, der Bagger wird es dem Erdboden gleichmachen.

Das Internationale Bildungs- und Sozialwerk e.V. (int-bsw), das im November 2008 bei der Zwangsversteigerung des Gebäudes den Zuschlag erhielt, hätte das im Jahr 1820 errichtete Haus gerne erhalten, sagte int-bsw- Vorsitzender Siegfried Renneke gestern bei einem Treffen mit Bürgermeister Stefan Hable und Architekt Heiner Brinckemper an der Baustelle.

Aber nach eingehenden Untersuchungen der Bausubstanz kam man zu dem Schluss, dass das Gebäude derart marode ist, dass eine Sanierung nicht mehr infrage kommt.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist das Haus, in dem sich bis Anfang der 70er-Jahre das Forstamt befand, extrem heruntergekommen. Seit einigen Jahren steht es leer und ist mittlerweile so baufällig, dass sich das int-bsw Sorgen um die Sicherheit rund ums Haus machen musste. Deshalb, so Siegfried Renneke, habe man sich jetzt zum Abriss entschlossen, dem die Denkmalpflege auch ohne Probleme zugestimmt habe, Konkrete Pläne für ein neues Gebäude auf dem etwa 5000 Quadratmeter großen Grundstück gibt es noch nicht.

Wohin die Reise geht, ist aber klar: „Es werden Wohneinheiten für generationenübergreifendes betreutes Wohnen“, sagte Renneke. Dessen Internationales Bildungs- und Sozialwerk betreibt in unmittelbarer Nachbarschaft das Alten- und Pflegeheim Haus am See und außerhalb der Stadt, im Wintersgrund, zudem eine Einrichtung für Menschen, die am Prader-Willi-Syndrom leiden und eine weitere für Autisten.

Zwei Jahre werde es sicher noch dauern, bis das neue Projekt des int-bsw Wirklichkeit ist. An das alte Forsthaus wird dann nur noch der Grundstein aus dem Jahr 1820 erinnern. Der soll einen passenden Platz im neuen Haus finden und wird am Montag von der Abrisskolonne mit besonderer Sorgfalt in Sicherheit gebracht.

Quelle: HNA

Kommentare