Altes Fritzlarer Haus bekommt Anbau

Fritzlar. Eines der spannendsten Häuser in der Fritzlarer Altstadt soll zu einem Mehrfamilienhaus mit elf schmucken Eigentumswohnungen umgebaut werden. Die Firma DGS hat die Drachenburg gekauft und will neben das historische Gemäuer einen Anbau setzen.

Hinter DGS stecken Jürgen Draude, Christian Gerlach und Jochen Schneider, die bereits gemeinsam das ehemalige Schulhaus St. Wigbert neu geplant haben. Nun also die so genannte Drachenburg, die früher einmal Villa Faupel hieß. Seit dem Weggang der Prämonstratenser-Mönche nach dem Missbrauchsskandal hatte das Haus, das direkt neben dem Dompfarramt liegt, leer gestanden.

Zwischenzeitlich hatte es die Stiftung des Fritzlarer Hospitals zum Heiligen Geist von der katholischen Kirche gekauft. Sie habe dort Wohnraum für Bedienstete schaffen wollen, sagt Jürgen Draude, sei aber letzlich vor den hohen Renovierungskosten zurückgeschreckt. So wurde das Haus erneut verkauft, diesmal an die DGS. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagt Draude. Die Sanierung – ohne den Einbau der neuen Wohnungen – beziffert er auf 1,2 Millionen Euro, mit allem Drum und Dran auf drei Millionen Euro. Die Planungsphase laufe, sagt Draude, die Erdarbeiten sollen im Sommer beginnen, Ende 2015 sollen die ersten Bewohner einziehen können. Dort, wo einmal das Küsterhaus stand, wird ein Neubau an den Altbau gesetzt.

Je drei Wohnungen – und das auf drei Etagen – sollen so entstehen, dazu zwei im Dachgeschoss. Insgesamt werden es elf Wohnungen zwischen 75 und 200 Quadratmetern Größe sein.

Zwischen der neuen Drachenburg und dem Pfarramt soll es eine Zufahrt zu den Stellplätzen auf der Rückseite geben. Wie immer, wenn in der Fritzlarer Altstadt gegraben wird, horchen auch die Archäologen und Historiker auf. An der Stelle, wo das Küsterhaus stand, gebe es noch einen alten Keller, sagte Dr. Johann Henrich Schotten (Museumsverein). Möglicherweise könne man dort noch Spuren eines Befestigungsgrabens der alten Kaiserpfalz finden, hofft er. Die Bodenarchäologie müssen übrigens die Bauherren bezahlen. Das sei in anderen Bundesländern anders geregelt, erklärte Draude. Sollte allerdings ein Schatz gefunden werden, dürften die Eigentümer ihn behalten, sagt er augenzwinkernd. Billig wird das Wohnen in der Drachenburg nicht, Draude veranschlagt 2600 Euro pro Quadratmeter, je nach Ausbau der Wohnung. Der Bedarf sei aber da, sagen die Investoren. Eine Studie zeige, dass der Wohnungsmarkt in den Kernstädte mindestens bis 2022 stabil bleibe. ^

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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