Ein Gang über den Neukirchener Friedhof zum bevorstehenden Ewigkeitssonntag

Altes Grab und schlichte Kreuze

Gräberfeld: Verstorbene Bewohner der Heime, um deren Begräbnis sich kein Angehöriger kümmert, werden mit einem schlichten Holzkreuz beigesetzt. Fotos:  Quehl

Neukirchen. Martin Walper, Königlicher Förster von Titel und Beruf, wurde im Dezember 1880 in Neukirchen beerdigt. Sein Grab mit dem Eisenkreuz darauf, das kürzlich vom Rost befreit wurde, ist nach Angaben von Hermann Bauermeister das älteste erhaltene Grab auf dem großen Friedhof.

Und es liegt an exponierter Stelle am Aufgang zur Kapelle. Seine Lebensdaten: 10.8.1799 bis 18.12.1880.

Den bevorstehenden Ewigkeitssonntag nahm Bauermeister zum Anlass, auf den wichtigen Urahn der großen Neukirchener Familie und sein Grabmal hinzuweisen. In seinem Zweig sei Martin Walper fünfmaliger Urgroßvater, so Bauermeister. „Ich finde es schon sehr bemerkenswert, dass solch ein Mann ja Zeitgenosse Goethes und Schillers war, zu seinen Lebzeiten spielten sich die Völkerschlacht von Leipzig und der Wiener Kongress ab.“ Ein verblüffender Zeitbezug ist für den Neukirchener auch, dass Walper 16 Jahre alt war, als Bismarck geboren wurde.

Bei einem Gang über den Friedhof sind auch zum Teil ausgezeichnet erhaltene mittelalterliche Grabplatten mit lateinischen Inschriften zu entdecken.

Eine Erscheinung unserer Tage fällt ebenfalls auf: Inzwischen gibt es drei Felder mit Gräbern von Menschen, die zum Ende ihres Lebens in den Pflegeheimen der Stadt lebten und keine Angehörigen hatten, die sich nach ihrem Tod um die Beisetzung kümmerten. Etwa 300 Menschen erhielten so seit 1982 ein mit je einem Holzkreuz mit ihrem Namen versehenes einfaches Wiesengrab. (aqu)

Quelle: HNA

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