Krebserregende Stoffe in den Bruchwiesen werden jetzt ausgebaggert und entsorgt

Bruchwiesen: Die Altlasten kommen raus

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Begutachten die Planung für die Entsorgung des kontaminierten Bauschutts: (von links) Felix Gleim (Baugrund Institut), Wolfhagens Umweltmanager Klaus Wenzel, Dr. Harald Schwabe (Baugrund Institut) und Heinz Zapf, zuständig für den Wohnmobilstellplatz.

Wolfhagen. Unter den Bruchwiesen in Wolfhagen lauert seit Jahrzehnten eine giftige und krebserregende Gefahr.

Mit PAT – das sind Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe – ist der Bauschutt belastet, der nach Abriss von Teilen des Gaswerkes im Jahr 1971 in die damalige Hausmülldeponie verfrachtet worden war. In dieser Woche haben die Entsorgungsarbeiten begonnen.

Das in Hann. Münden ansässige Baugrund Institut begleitet das Projekt. In den kommenden drei Monaten werden auf der mehr als einen halben Hektar großen Fläche 14.000 Kubikmeter Deponat ausgebaggert und auf Halden in der Umgebung entsorgt. Wie Felix Gleim vom Baugrund Institut sagt, müsse hierfür das kontaminierte Gelände in Abhängigkeit vom Belastungsgrad bis auf eine Tiefe von drei Metern ausgebaggert werden.

Bekannte Belastungszonen

In diesen Tagen haben die Bagger zunächst die oberste, unproblematische Erdschicht beiseite geschoben. Später geht es dann ans Eingemachte. „Wir wissen, wo die Hauptbelastungszonen sind“, sagt Gleim. Das Institut rechnet mit Material, das auf Deponien der Klasse III, der zweithöchsten, entsorgt werden muss.

Abtrag der belastungsfreien Deckschicht: Bagger schieben die Erde zusammen.

Es sei bekannt, dass das Grundwasser unterhalb der Bruchwiesen in geringem Maße mit teerhaltigen Rückständen belastet ist, sagt Dr. Helmut Dünkel, ebenfalls vom Baugrund Institut. Daher werde der Boden zunächst entwässert und das aufgefangene Grundwasser gereinigt. Das saubere Wasser werde schließlich in den Bach eingeleitet. Die Wasserqualität werde an elf Messpunkten auf der ehemaligen Deponie kontrolliert. Die angrenzenden Fischteiche oder gar das Trinkwasser seien nicht mit PAT belastet, sind sich die Experten einig. Die Teiche lägen oberhalb des Grundwasserspiegels und das Gelände befinde sich nicht im Trinkwasserschutzgebiet, sagt auch Klaus Wenzel, Umweltmanager der Stadt Wolfhagen.

Das Regierungspräsidium Kassel hatte die Stadt Wolfhagen vor gut anderthalb Jahren zur Sanierung der Deponie aufgefordert. 1,9 Millionen Euro kosteten die Arbeiten, sagt Wenzel. 80 Prozent der Summe übernimmt das Land Hessen.

Nach Abschluss der Arbeiten im Herbst wird ein Teil der Fläche dem Wohnmobilstellplatz zugeschlagen. Das Gelände wird von Wohnmobilisten sehr gut angenommen, daher soll es erweitert werden.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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