Altmorschen: Das in der Region einzige Boardinghouse für Langzeitgäste

Altmorschen. Von außen ein schlichtes Wohnhaus, entpuppt sich das Innere des Gebäudes Bahnhofstraße 24 in Altmorschen als etwas Neues in der Region: als Boardinghouse.

Der aus dem Englischen kommende Begriff bedeutet: Apartments mit hotelähnlichem Service für Langzeitgäste. Davon werden vorrangig – aber nicht nur – Mitarbeiter von und für B. Braun Melsungen profitieren, die für mehrere Wochen dort wohnen können. Ein Boardinghouse ist nicht so teuer wie ein Hotel vergleichbaren Standards.

Es bietet Zimmer mit Bett, Schreibtisch, Stuhl, Sessel oder Couch, ein Duschbad, Fernseher und einen W-Lan Anschluss für den Laptop. Darüber hinaus gibt es jeweils eine Gemeinschaftsküche pro Etage zum gemeinsamen Frühstücken – dafür gibt es einen Brötchenservice – oder dem (gemeinschaftlichen) Zubereiten des Abendbrotes.

Für jeden Gast gibt es einen separaten Kühlschrank. Wer nicht selbst einkaufen möchte, kann den Einkaufsdienst bemühen oder bestellte Menüs verspeisen. Die Küche mit dem großen Tisch ist zugleich Treffpunkt für alle, die sich abends nicht auf ihr Zimmer zurückziehen wollen.

Das ehemalige Doppelhaus, das zwischen 1890 und 1970 in drei Bauabschnitten errichtet wurde, gehört dem Melsunger Martin Lüdicke. 500 000 Euro hat er nach eigenen Angaben investiert und im Inneren des Hauses die Räume so umgestalten lassen, dass dort 13 Apartments unterschiedlicher Größe entstanden sind. Mit der Idee, das frühere Haus des Malers Schönewald zu kaufen und daraus ein Boardinghouse zu machen, kam der Travelmanager von B. Braun, Stephan Kowalski, vor zwei Jahren auf ihn zu, erzählt Lüdicke.

Auch wenn B. Braun auf zahlreiche Firmenapartments und Hotelzimmer zugreifen kann, gerade für längerfristige Aufenthalte fehlte es an Platz. Um die Auslastung werden sich Lüdicke, Kowalski und der Berliner Projektentwickler Bernd Zimmermann daher keine Sorgen machen müssen.

Die Lage, so Kowalski, sei günstig, da der Bahnhof wenige Meter weit entfernt liegt. Der Garten hinter dem Haus soll noch hergerichtet werden und eine Einheit bilden mit dem Grundstück des Tagungshotels, das B. Braun für sein Seminarzentrum im Domänengebäude des Klosters und dem Herrenhaus bauen wird.

Während das Tagungshotel 4-Sterne-Standard erhält, müssen sich die Boardinghouse-Gäste mit drei Sternen zufrieden geben. Dafür liegt der Preis um einiges niedriger und bietet auch die Eigenständigkeit, die Gäste von einer Ferienwohnung gewöhnt sind. Die großen Apartments, die Lofts, verfügen über eine kleine Küche in einem Schrank und haben einen getrennten Wohn- und Schlafbereich mit einem Doppelbett. Das Standard-Apartment (Classic) ist mit einem 1,60 Meter breiten Bett ausgestattet, das Studio hat ein 1,20 Meter breites Bett.

Nach jeder dritten Nacht werden die Bäder gereinigt, die Handtücher getauscht, die Betten gerichtet. Nach sechs Nächten wird komplett gereinigt. Den Service übernimmt vorläufig Familie Raabe vom Landhotel Altes Forsthaus, später soll das Team vom Tagungshotel die Arbeit übernehmen. Zu den Annehmlichkeiten gehören auch Hemdenservice und Fahrradverleih, Waschmaschine und Trockner. (bmn)

Quelle: HNA

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