Altstadthotel Centrinum hat seine Bettenkapazität erweitert und ist bestens ausgelastet

Anstoßen aufs geglückte Werk: von links Centrinum-Küchenchef Jörg Sprenger, die Bauherren Martin Lüdicke und Barbara Braun-Lüdicke, der Kasseler Künstler Werner Krömeke, der an der Innengestaltung mitgearbeitet hat, sowie Hotelchefin Silke Sperl. im Hintergrund der Verbindungs-Neubau im Hof mit gläsernem Außenlift zum Fachwerkgebäude Fritzlarer Straße 3. Fotos:  Schwarz

Melsungen. Davon träumt so mancher Hotelier: Durch Erweiterungsbauten hat das Melsunger Altstadthotel Centrinum seine Kapazität um 50 Prozent vergrößert, und dennoch bleibt kaum ein Bett leer.

„Unter der Woche sind wir größtenteils ausgebucht“, berichtete Hotelmanagerin Silke Sperl am Samstag, als sich viele Melsunger bei einem Tag der offenen Tür in den neuen Hotelräumen umschauten.

Vor allem berufliche Kunden nutzen wochentags das Haus, das nun 39 Betten in 22 Zimmern bietet. An Wochenenden bringen Melsunger dort gern ihre Familienfeier-Gäste unter. Doch immer öfter stehen laut Sperl auch touristische Passanten vor der Tür, die ihre Autobahnreise spontan für eine Stippvisite in der Fachwerk-Altstadt unterbrechen.

Schon bald nach der Eröffnung des Centrinum im Jahr 2006 hatte sich Erweiterungsbedarf abgezeichnet. Daher haben die Eigentümer Barbara Braun-Lüdicke und Martin Lüdicke nach eigenen Angaben nochmals rund 3,5 Millionen Euro in die Hand genommen und das im Winkel von Fritzlarer und Rosenstraße gelegene Haus in gut eineinhalbjähriger Bauzeit zum rückwärtigen Hofbereich hin vergrößert.

Was dort entstanden ist, eröffnet ganz neue, reizvolle Ausblicke auf Melsunger Dächer und Fachwerkfassaden. Ein großzügiger Innenhof, für den ein marodes Gebäude weichen musste, macht an schönen Sommerabenden Feiern und Tagungen fast wie im Süden möglich. Begrenzt wird er von einem dreigeschossigen Neubau, der sechs zusätzliche Zimmer und einen Tagungsbereich enthält. Mit einer Holzpaneel-Fassade, stählernen Balkons und glasbeschirmten Laubengängen hat das Melsunger Büro PPC einen Akzent gesetzt, wie zukunftsweisend und zugleich behutsam man in historischen Altstadtquartieren bauen kann.

Als spektakuläres Schmankerl bringt ein gläserner Außenlift Hotelgäste ins oberste Stockwerk des mächtigen Fachwerkhauses Fritzlarer Straße 3, wo es drei weitere Einzelzimmer gibt. Von der heimeligen Atmosphäre dort zeigten sich die Besucher beim Tag der offenen Tür besonders angetan: Wuchtige Fachwerkbalken und rustikal-gediegene Eichendielenböden gehen einen spannenden Kontrast ein mit Möbeln und Sanitärobjekten nach designorientierem Zeitgeschmack. Durch intelligente Raum-Ökonomie etwa mit vollständig wegfaltbaren Duschabtrennungen und abgerundeten Bett-Ecken haben es die Planer geschafft, dass sich die Hotelgäste – anders als die Altvorderen – mit hinreichend großzügigem Raumgefühl in der historischen Bausubstanz bewegen können.

Ein bauliches Kuriosum ist, dass sich der Centrinum-Komplex jetzt von drei Seiten um das etwas verblichene Fachwerkhaus an der Fritzlarer Straße 5 herum zieht. Dieses Gebäude stehe einstweilen nicht zum Verkauf, erläuterte Investorin Braun-Lüdicke.

Doch nach etlichen Jahren stadtgestalterischer Selbsterfahrung von der Sanierung des handtuchschmalen F7-Gebäudes bis zum heutigen, vergrößerten Hotelkomplex bilanziert die Unternehmerin ohnehin mit entschiedenem Unterton: „Jetzt ist es erst mal genug mit dem Bauen.“

Quelle: HNA

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