Der Amerikaner Ian Sauerzopf arbeitet bei B. Braun und berichtet über US-Wahl

Verfolgt die US-Wahlen: Ian Sauerzopf aus Allentown in Pennsylvania arbeitet derzeit bei B. Braun in Melsungen. Foto: privat

Melsungen. Ian Sauerzopf ist besorgt, sogar sehr besorgt. Der 25-jährige Amerikaner arbeitet derzeit in Melsungen.

Seit eineinhalb Jahren lebt er nun schon nicht mehr in den Vereinigten Staaten. „Es geht ein Riss durch unser Land. Und ich befürchte, er wird auch nach der Wahl nicht heilen“, sagt der junge Mann aus Allentown in Pennsylvania.

Politisch spiele es natürlich eine große Rolle, wer die Wahl gewinne, für die Stimmung im Land sei der Ausgang hingegen zweitrangig. Weder er noch seine Familie hätten jemals einen derart aufgeheizten Wahlkampf und eine so hitzige Stimmung erlebt. Allentown (118 000 Einwohner) sei historisch immer eine demokratische Stadt gewesen, jetzt beschimpften sich zahlreiche Anhänger beider Lager auf offener Straße, so habe er es jüngst während eines einwöchigen Urlaubs wahrgenommen.

Für ihn sei es selbstverständlich, dass er auch in Deutschland auf dem Laufenden bleibt. Er informiere sich überwiegend online - zum Beispiel auf den Nachrichtenseiten von CNN und BBC. „Mit Freunden stehe ich über Facebook in regelmäßigem Austausch“, berichtet Sauerzopf.

Bei den deutschen Kollegen sei er derzeit heiß begehrt. Ständig werde er auf die US-Wahlen angesprochen und müsse berichten.

Es sei auch okay, dass er am Dienstag während der Arbeit einen Ticker laufen lasse. Den Wahlausgang verfolge er mit gemischten Gefühlen: „Einerseits bin ich froh, wenn der ganze Rummel vorbei ist, andererseits habe ich auch Angst vor dem, was kommt.“

Per Briefwahl gewählt

Die Wahl habe viele Menschen polarisiert. Er selbst würde sich nicht als besonders politisch bezeichnen, wählen würde er natürlich. So auch dieses Mal - per Briefwahl.

Dem Wahlkampf konnten sich die Menschen kaum entziehen. Er habe aber zuletzt eine inhaltliche Diskussion vermisst. Die Fokussierung auf die Kandidaten und ihre Fehler habe alles andere überlagert. Die seiner Meinung nach großen Probleme des Landes seien viel zu kurz gekommen - dazu gehörten die vielen Arbeitslosen, die fehlende soziale Absicherung und vor allem die außenpolitischen Spannungen.

Sauerzopf wünscht sich, dass die Situation in den USA nach den Wahlen besser wird. Im Dezember werde er in sein Heimatland zurückkehren und hoffe, dass sich die Atmosphäre bis dahin etwas entspannt hat.

Ian Sauerzopf ist 25 Jahre alt und kommt aus Allentown im US-Bundesstaat Pennsylvania. Sein Nachname stammt von seinen österreichischen Großeltern. Er besuchte das Maryland College an der Ostküste der USA. Seit eineinhalb Jahren ist Sauerzopf in Deutschland und arbeitet bei B. Braun in der Finanzabteilung. Er wohnt in Obermelsungen und hat schon 29 deutsche Städte besucht.

Quelle: HNA

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