Schulden wegen Drogen

Einbruch in Wohnhaus: Amtsgericht verurteilte 27-Jährigen zu 18 Monaten Haft

Schwalmstadt.  Wegen Einbruch und Diebstahl musste sich ein 27-jähriger Mann aus dem nördlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. Er wurde zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, im August 2013 zusammen mit seiner inzwischen verstorbenen Freundin und zwei weiteren Männern in das Elternhaus seiner damaligen Freundin im südlichen Schwalm-Eder-Kreis eingebrochen zu sein. Der Beschuldigte, seine Freundin und die Mittäter sollen drogenabhängig gewesen sein. Früh habe er mit dem Drogenkonsum angefangen. Anfangs sei es nur Haschisch gewesen. Noch vor seinem 18. Geburtstag habe er aber Kontakt mit Heroin gehabt. Danach sei er davon abhängig geworden.

Der Beschuldigte berichtete, seine Freundin und die zwei Männer seien in ihr Elternhaus eingebrochen, weil er und sie Schulden bei den anderen Männern hatten. 500 Euro hätte das Paar für Drogen geschuldet. Diese hätten das Diebesgut sofort nach der Tat verkauft. Es sei eine Verzweiflungstat gewesen, gab er vor Gericht an.

Der Angeklagte behauptete, er habe seine Freundin von der Tat abhalten und sich am Einbruch selbst nicht beteiligen wollen. Die Schwester seiner Freundin sagte hingegen als Zeugin aus, er habe ihr erzählt, dass er auf einem Spielplatz in der Nähe des Hauses "Schmiere gestanden" habe. Sie hatte das aufgehebelte Badfenster entdeckt und den Einbruch der Polizei gemeldet.

Nach der Tat, so erzählte der Angeklagte, seien die vier mit einem Taxi nach Frankenberg gefahren. Der Taxifahrer, ein Freund der bestohlenen Familie, sagte vor Gericht aus. Er gab an, die vier Personen vom Parkplatz eines Supermarkts in Schwalmstadt abgeholt zu haben. Sie hätten mehrere Taschen dabei gehabt.

Seltsam fand er, dass die vier die 100 Euro für die Fahrt in Kleingeld bezahlt hätten. Bei dem Einbruch erbeutete das Quartett zwei Notebooks, eine Kamera, einen Camcorder, einen Beamer und eine vierstellige Summe Geld. Der Angeklagte sagte nicht, wer die Mittäter waren. Er gab an, dass er Angst vor ihnen habe. Auch der Taxifahrer konnte sich lediglich an den Angeklagten und seine Freundin erinnern.

Verhandelt wurde auch ein Diebstahl, den der Angeklagte vergangenes Jahr begangen hatte. Er war in Frankenberg von der Polizei beim Diebstahl von T- Shirts erwischt worden. Der Beschuldigte hatte zudem bereits zwei Bewährungsstrafen wegen ähnlicher Delikte bekommen.

Sein Anwalt bat den Richter und die Schöffen darum, die Suchtkrankheit des Angeklagten bei der Urteilsfindung zu berücksichtigen. Der Angeklagte will nun eine Entzugstherapie beginnen.

Der Richter verurteilte den Angeklagten wegen Diebstahl und Mittäterschaft bei dem Einbruch.

Von Timo Lange

Quelle: HNA

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