Anbindung zum Tag der Bundeswehr: Busse fuhren im Minutentakt

Fritzlar. Der Stellplatz für Fahrräder gegenüber der Kaserne ist voll – nichts geht mehr. Offenbar sind viele Besucher dem Tipp gefolgt, zum Tag der Bundeswehr mit dem Fahrrad zu kommen.

Auch Hans Eitle ist mit dem Rad hier. Das parkt er allerdings nicht, denn es dient ihm als Halterung für sein Schild. „Krieg ist kein Spiel. Auch schicke Waffen töten“, ist da weiß auf rot zu lesen. Direkt gegenüber der Kaserne hat sich der Aktivist hingestellt, gut sichtbar für Soldaten und die ankommenden Besucher.

„Wenn ich nur einen Menschen mit meiner Botschaft erreichen kann, habe ich heute schon etwas bewegt“, sagt Eitler, der mit dem Fahrrad von Bad Zwesten nach Fritzlar gekommen ist. „Ich finde es ist eine Katastrophe, dass so viele Kinder hier sind. Das hier ist keine Kirmes, sondern toter Ernst. Viele Soldaten kommen traumatisiert von ihren Einsätzen zurück, das ist kein Spiel.“ Bislang habe er hauptsächlich kritische Reaktionen erfahren. „Aber die Leute reden über das Schild. Das ist schon mal etwas.“

120 Fahrer im Einsatz

Nur wenige Meter von Eitler entfernt fahren die Busse im Minutentakt zu den Parkplätzen auf und an der Autobahn und wieder zurück. „Bis jetzt läuft alles reibungslos. Die Leute sind zufrieden mit der Organisation“, sagt Harald Gebauer, einer der Fahrer. 120 von ihnen sind am Samstag im Einsatz – auch private Busunternehmen bringen Besucher ans Ziel.

Das eigene Auto auf der Autobahn zu parken, ist für viele Besucher ein Erlebnis. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht stehen die Fahrzeuge links und auf dem Standstreifen. Die mittlere Spur bleibt für die Busse frei.

Die Parkplätze sind jeweils mit Buchstaben gekennzeichnet, die Abschnitte auf der Autobahn zusätzlich mit Nummern versehen. Im Bus bekommt jeder Autofahrer ein Kärtchen, auf dem der genaue Stellplatz mit Nummer vermerkt ist. So finden alle Besucher wieder zurück.

Einer von ihnen ist der 17-jährige Jannis Schmidt aus Gießen. „Ich will zur Bundeswehr. Deshalb informiere ich mich seit einem halben Jahr über das Angebot. Das Heer interessiert mich besonders.“

Auch aus dem Ausland sind Besucher nach Fritzlar gekommen. Eine Gruppe aus den Niederlanden sind extra wegen der Hubschrauber angereist. „Das ist ein Hobby von uns. Wir wollen uns auch noch die Eurofighter ansehen“, sagt Corné Beerens. Mit einem speziellen Fernrohr ausgerüstet haben die Männer das Geschehen im Blick und verpassen nicht mal während der Fahrt, wie die Helikopter über der Autobahn fliegen.

Quelle: HNA

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