Andreas Licht ist international unterwegs

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Eingedeckt für Gespräche, die sich um Bestsellerlisten drehen: Die opulente Gästeliste des Frankfurter Hofs besteche durch ihr literarisches Renommee, schreibt der Autor Rainer Moritz.

Verna/Paris. Andreas Licht stammt aus Verna, lebt in Paris und fotografiert unter anderem für Vogue und Elle und ist für den Stern unterwegs.

Ob das Waldhotel Davos, Quelle der Inspiration für Thomas Manns „Zauberberg“, das Sacher in Wien oder das Waldhaus in Sils Maria, wo Nietzsche grübelte und Hermann Hesse wohnte - da wo Dichter besonders geliebt werden und Literatur gelebt wird, war der aus Verna stammende Fotograf Andreas Licht erst kürzlich unterwegs.

Andreas Licht, der in Paris lebt, nennt es „durch die Linse denken“, und so untermalen auf wunderbare Weise seine Fotografien im Buch „Der schönste Aufenthalt der Welt. Dichter im Hotel“ die Spurensuche des Literaturwissenschaftlers und Schriftstellers Rainer Moritz durch die Zimmer legendärer Hotels in ganz Europa. Lichts Bilder atmen die Atmosphäre dieser Häuser, zeichnen ein eindrückliches Bild dieser Zeitreise durch die Literatur.

Ort der Inspiration: „Der schönste Aufenthalt der Welt“ schreibt Rainer Moritz in seinem Buch über das Hotel Waldhaus Sils Maria in der Schweiz. Der aus Verna stammende Fotograf Andreas Licht machte für das Buch die Fotos.

Schon früh ist Andreas Licht mit der Kamera unterwegs gewesen. 14 Jahre alt sei er gewesen, erzählt er, da habe es mit dem damaligen Jugendpfleger Edgar Steube eine Foto-AG im Welcheröder Jugendzentrum gegeben. Und die Fotografie setzte sich auch gegen die Musik durch: Denn Licht war immerhin eine Zeit lang Mitglied der legendären Tosenden Gichties, der Band um den inzwischen verstorbenen Biele Emmenberger. Die Faszination über den Film „Blow Up“ um einen Londoner Modefotografen gab letztendlich den Ausschlag: Der Junge aus Verna wollte Fotodesign studieren.

In der Welt der Fotografen hat er sich inzwischen einen Namen gemacht, Mode und Journalismus sind seine Schwerpunkte, er fotografiert für Elle und Vogue und ist für den Stern unterwegs. Bekannte Gesichter wie die Sängerin Lilit Hovhannisyan, die französische Schauspielerin Eva Ionesco und den deutschen Sänger Peter Maffay setzte er perfekt in Szene.

Intensiv waren die Begegnungen mit den Protagonisten für das kürzlich erschienene Buch „Männer - Leben, Träume und Passionen“. Dieser Bild- und Textband porträtiert 20 erfolgreiche Unternehmer, Politiker, Künstler, Schauspieler und Adlige. Mit der Linse ergründet Licht das Wesen von Persönlichkeiten wie Designer Rolf Sachs, Sohn des Industrieerben Gunter Sachs, Frank Brenninkmeyer aus der C&A-Dynastie und Villeroy&Boch-Chef Wendelin von Boch-Galhau.

Für ein gutes Foto benötige man eine gute Idee, müsse zugleich offen sein für Zufälle, meint der 54-Jährige. Und dieses Spiel mit dem Authentischen und der Inszenierung beherrscht er perfekt: Seine Aufnahmen halten scheinbar den Augenblick fest, lassen eintauchen in das Reich der Fantasie und Inszenierung.

Zur Person: Andreas Licht wurde 1961 geboren. Er ist im Frielendorfer Ortsteil Verna aufgewachsen und hat an der Theodor-Heuss-Schule in Homberg sein Abitur gemacht. In Bielefeld studierte er Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie/Film. Seit 1989 lebt er als freier Fotograf in Paris. Er ist Vater einer erwachsenen Tochter. Seit acht Jahren hat er ein eigenes Studio in Paris, das er auch an Kollegen vermietet. Neben seinen Buchprojekten fotografiert er unter anderem für den Stern, Elle, Marie Claire und für die Wirtschaftswoche. Außerdem unterrichtet er Fotografie an einer Designerschule. 

Quelle: HNA

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