100 Tage im Amt: Bürgermeister Andreas Schultheis setzt auf Nähe zu den Menschen

100 Tage im Amt: Andreas Schultheis ist ein Politiker von nebenan

Seit 100 Tagen im Amt: Andreas Schultheis steht seit drei Monaten Schrecksbach vor. Der Schreibtisch ist noch von seinem Vorgänger. Foto: Schittelkopp

Schrecksbach. Dass nicht alles am Amt des Bürgermeisters so ist, wie er es sich vorgestellt hat, bemerkte Andreas Schultheis sehr schnell. So schlägt er sich nun durch den Verordnungsdschungel. Eine Bilanz nach 100 Tagen im Amt.

„Es sind oft bürokratische Zwänge, die meine Planung zu nichte machen“, sagt der 35-Jährige. Dies sei ihm besonders bei den Sparmaßnahmen aufgefallen. Seit 100 Tage ist Andreas Schultheis im Amt. „Wir haben jeden Bleistift überdacht“, sagt er. Dann brächten hohe Ausgaben wie für Kanalsanierungen das Sparprogramm wieder durcheinander. Der Haushalt steht weit oben auf der Agenda des Schrecksbacher Bürgermeisters.

Sein Motto aus dem Wahlkampf möchte er beibehalten: die Nähe zum Bürger. „Ich will keine Entscheidungen über die Köpfe der Leute hinweg treffen“, betont er. Er verstellt sich nicht, der neue Chef im Schrecksbacher Rathaus. So nimmt er gern Termine wahr, die ihn nach draußen führen. Seien es Geburtstage, Fußballturniere oder Ortsbesichtigungen.

Seit dem Amtseintritt hat sich für den gelernten Bankbetriebswirt einiges verändert. Aufgegeben hat er seine Arbeit in Eichsfeld. „Ich bin froh, dass die Fahrerei vorbei ist“, betont der Bürgermeister. „Was geblieben ist, dass ich um acht Uhr anfangen zu arbeiten“, erzählt Schultheis. Vor allem in der Anfangszeit sei er bei Terminen stark beäugt wurden, jeder wollte den Neuen einmal sehen, sich mit ihm unterhalten. Er ist ein Beispiel des zupackenden Politikers von nebenan, der Vater arbeitete als Bauarbeiter, die Mutter als Reinigungsamt. Schultheis kennt die Probleme der Gemeinde. Er war jahrelang in Fußballverein und drückte nie die politische Schulbank. Nun unterscheide er allerdings nicht mehr zwischen den Belangen seiner Vereinsfreunde und denen anderer Schrecksbacher: „Ich kann den einen nicht bevorzugen und den anderen benachteiligen.“Erste Veränderungen stehen an: Krippenplätze, Abwassersplitting und Neustrukturierung des Ordnungsamtes. Schultheis setzt sich mit Themen auseinender, die ihn vorher nicht berührt haben. Er sieht den Herausforderungen gelassen entgegen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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