Die gebürtige Thüringerin Silvana Mäder leitet seit über einem Jahr die Straßenmeisterei Schwalmstadt

Am Anfang war sie der Ossi

Hat Spaß an ihrem Job: Silvana Mäder, Leiterin der Straßenmeisterei Schwalmstadt, ist nicht zimperlich und packt auch gerne mal selbst mit an. Foto: Thöne

Ziegenhain. Der Gemeinschaftsraum in der Straßenmeisterei Schwalmstadt ist weihnachtlich dekoriert. Auf den Tischen stehen Einmachgläser gefüllt mit Plätzchen, Mandarinen und Christbaumkugeln. Von der Decke hängt ein Adventskranz. „Vorher war es mir hier einfach zu steril. Ich wollte, dass die Kollegen es schön haben“, sagt Silvana Mäder. Seit Juli vergangenen Jahres leitet sie die Straßenmeisterei. Und seitdem hat sich dort einiges verändert.

Die 33-Jährige aus Thüringen, die derzeit in Kassel lebt, hat viele neue Ideen mitgebracht. An einige, wie die Dekoration des Gemeinschaftsraumes, mussten sich die Kollegen erst gewöhnen. Vor allem aber auch daran, dass sie nun eine Chefin haben. „Am Anfang war ich hier der Ossi, der aus Kassel kam, und dann noch eine Frau“, sagt Mäder und lacht. Inzwischen sei das aber kein Thema mehr. „Sie kommen auch mit einer Chefin gut zurecht“, erzählt sie.

Es wird nie langweilig

An ihrem Job reizt sie vor allem die Vielseitigkeit. Silvana Mäder kümmert sich um Personalangelegenheiten, Finanzen, aber auch kleine Baumaßnahmen müssten organisiert werden. „Langweilig war mir hier noch nicht einen Tag“, sagt sie. Vieles sei zwar unplanbar, weil das Wetter in ihrem Beruf eine große Rolle spiele, aber genau das sei auch eine positive Herausforderung.

Die 33-Jährige ist nicht zimperlich und packt auch gerne selbst mit an. Mit Gummistiefeln und orangefarbener Jacke geht es dann raus. „Immer nur darüber zu reden, ist nicht mein Ding. Ich muss auch nachvollziehen können, was die Kollegen draußen machen“, erklärt sie. Deshalb hat sich die Thüringerin im vergangenen Jahr auch selbst hinter das Steuer des Radladers gesetzt und versucht Salz zu laden. „Es ist schief gegangen, alles ist daneben gefallen“, sagt sie und schmunzelt. In solchen Situationen lerne man aber, wie schwierig die Jobs der anderen sind. „Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Kollegen.“

Für alle erreichbar

Ständig steht Silvana Mäder in Kontakt mit ihren Mitarbeitern. Sie hat zwar ein eigenes Büro, trotzdem sitzt die 33-Jährige meistens im Gemeinschaftsraum, um für alle erreichbar zu sein. Was sie besser kann als ein Mann? „Zuhören und für die Mitarbeiter da sein“, sagt sie. Es gehe darum, als Team zusammenzuwachsen. Dazu beitragen soll auch eine tägliche Besprechung, bei der alle auf den neuesten Stand gebracht werden und sich untereinander austauschen können. An der Decke hängt ein Beamer, der an die Wand wirft, wer was zu tun hat. „Transparenz ist mir sehr wichtig“, so Silvana Mäder.

Mittlerweile seien sie eine Familie. „Ich bin froh, dass man sich hier auf jeden verlassen kann“, sagt sie stolz. „Ich möchte niemanden missen.“

Von Nina Thöne

Quelle: HNA

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