Weißenthalsmühle: Angeklagter erhebt schwere Vorwürfe

Niedenstein/Kassel.  Ein Belastungszeuge nimmt einige Aussagen zurück, der Angeklagte erhebt schwere Vorwürfe - im Prozess um die Brandserie an der Weißenthalsmühle ging es am Montag weiter.

Auf der Anklagebank im Prozess um die Brandserie der Niedensteiner Weißenthalsmühle, wirken die Fronten auch am Montag klar. Näher am Zuschauerraum, Händchen haltend, sitzt während des Prozesses das ehemalige Betreiber-Paar des Campingplatzes, Volker G. und Corinna S. Mit einigen Plätzen Abstand, näher an der Richterbank, sitzt ein 55-Jähriger aus Hofgeismar – der Mann, der mit seiner Lebensbeichte die anderen schwer belastet hat.

Doch am frühen Nachmittag nimmt der 55-Jährige, der große Teile seines erwachsenen Lebens hinter Gittern verbracht hat, etliche frühere Aussagen zurück. Es geht dabei jeweils um Passagen, die Corinna S. der Mitwisserschaft an den Brandstiftungen und anderen angeklagten Machenschaften bezichtigen.

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„Ich will ganz offen sein“, sagt der kräftige Mann. Wenn er das heute so höre, sei ihm „wohl vieles in den Mund gelegt worden“. Bei seiner polizeilichen Vernehmung sei sehr darauf hingearbeitet worden, Frau S. zu involvieren. Der Polizist habe sich wohl über deren arrogantes Auftreten geärgert. Es sei schon „starker Tobak“, was er dem Polizisten vorwerfe, konstatiert nach einiger Zeit der Vorsitzende Richter, Wolf Winter. Er sagt nicht, dass er das Gesagte für Quatsch hält – und scheint mit den fraglichen Vernehmungen selbst alles andere als glücklich zu sein.

Der 55-Jährige will nun lediglich angenommen haben, dass Corinna S. über die Aktivitäten informiert gewesen sein müsse, die ihr Lebensgefährte und er selbst anzettelten. G. aber habe stets betont, seine Partnerin „dürfe nichts wissen“.

Vor dieser Aussage hatten die Verteidiger von G. und S. sich eifrig bemüht, die Glaubwürdigkeit des 55-Jährigen schwer in Zweifel zu ziehen. Die Erörterung seines Lebensgangs bot ihnen allerlei Anlass: Zu dem gehört offenbar eine Verurteilung wegen falscher Beschuldigungen – gegen einen Beamten. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt.

Quelle: HNA

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