Angeklagter gestand teilweise und entschuldigte sich für seine Taten

Fritzlar. Ein Familienstreit soll der Auslöser dafür gewesen sein, dass ein 34-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis eine Reihe von Straftaten begangen haben soll. Jetzt muss sich der Mann dafür vor dem Fritzlarer Amtsgericht verantworten.

Der Mann soll im Dezember 2011 nach einem Streit in einem Döner-Imbisslokal der Familie ohne Führerschein mit dem Auto unterwegs gewesen sein und dabei mehrmals getankt haben ohne zu bezahlen. Anschließend soll er die Kennzeichen seines Wagens ausgetauscht haben, um nicht erwischt zu werden. Außerdem wird ihm Beleidigung und Bedrohung von Polizeibeamten sowie Sachbeschädigung zur Last gelegt.

Brüder des Angeklagten informierten die Polizei, weil er angeblich ausrastete, dabei soll Alkohol im Spiel gewesen sein und auch die Bewaffnung des Angeklagten mit einer Axt oder einem Messer konnte nicht ausgeschlossen werden.

Als die Polizei mit mehreren Einsatzfahrzeugen anrückte, soll der Angeklagte mit dem Auto ein Metalltor durchbrochen haben und geflüchtet sein. Er lieferte sich auf der Autobahn 49 Richtung Kassel eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei. Bei einem Ausweichmanöver überschlug sich das Auto des Angeklagten mehrmals. Dabei wurde er leicht verletzt. Während der Festnahme soll er die Polizisten beschimpft und bedroht haben, unter anderem mit den Worten "Ich mach Dich kalt!" Anschließend soll er im Krankenhaus und in seiner Zelle randaliert haben.

Täter entschuldigt sich

Der Angeklagte räumte einen Teil der Taten ein und entschuldigte sich. Er schilderte, von seiner Frau mit den Kindern verlassen worden und daher in einer schlimmen Situation gewesen zu sein. Da das Bankkonto auf seine Frau lief, habe er nach der Trennung kein Geld mehr gehabt. Daher habe er auch mehrmals getankt ohne zu zahlen. Er habe sich aber eine Quittung geben lassen, um die Rechnung später zu begleichen. Um einer Verfolgung durch die Polizei zu entgehen, habe er andere Kennzeichen an sein Auto montiert.

Warum der Familienstreit eskalierte, konnte er nicht mehr genau sagen, er sei aber nicht ausgerastet. Vielmehr hätten zwei seiner Brüder erst mit ihm einen Joint geraucht und dann habe ihn ein dritter Bruder geschlagen.

Nachdem zwei Brüder die Polizei alarmiert hatten, sei er in Panik geraten und losgefahren. Er räumte ein, dass er nach dem Unfall im Schock die Polizisten beleidigt habe könnte. Er habe aber niemandem gedroht, sondern höchstens gesagt: "Mir ist kalt", denn er habe gefesselt, ohne Jacke im Dezember auf dem Asphalt gelegen und gefroren. Vielleicht sei er falsch verstanden worden.

Der Angeklagte, ein gebürtiger Türke, derzeit staatenlos, sprach gebrochenes Deutsch und sorgte mit seiner unbekümmerten Art seiner Darstellungen verschiedentlich für Heiterkeit im Gerichtssaal.

Die Verhandlung wird am Donnerstag fortgesetzt.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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