Nach Nachbarschaftsstreit: Angeklagter muss in geschlossene Abteilung

Weil der Angeklagte zu seiner Verhandlung am Marburger Landgericht am Freitag nicht erschienen war, wurde vom Gericht die vorläufige Unterbringung des Mannes in einer geschlossenen Anstalt verfügt.

Dies hatte die Staatsanwältin nach Ablauf der 15-minütigen Wartefrist so beantragt. Auf Wunsch des Gerichtes berichten wir erst heute, denn zur neuen Verhandlung, deren Termin das Gericht noch festlegt, wird der Mann dann polizeilich vorgeführt.

Angeklagt war der Mann wegen einer gefährlicher Körperverletzung. In Folge eines bereits länger andauernden Nachbarschaftsstreites hatte er im Januar diesen Jahres seinem Nachbarn mit einer Gaspistole, die mit einer Platzpatrone geladen war, aus nächster Nähe ins Gesicht geschossen.

Der Angeklagte, der aus dem Altkreis Ziegenhain stammt, leidet an einer paranoiden Persönlichkeitsstörung. Aufgrund dieser war nach Ansicht des Gerichts seine Einsichts- und Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt erheblich vermindert.

Der Nachbar, der als Nebenkläger und Zeuge vor Gericht erschienen war, erlitt erhebliche Verletzungen an den Augen, in deren Folge er sich derzeit immer noch in ärztlicher Behandlung befindet. Die Verhandlung wurde vertagt. (zaw)

Quelle: HNA

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