Zahl der ausgesetzten Hunde und Katzen im Landkreis ist dieses Jahr besonders hoch

Angeleint und abgereist

Plötzlich herrenlos: Hund Balou wurde in Guxhagen gefunden. Katharina Kulle, Leiterin des Tierheims Beuern, ist über die Verantwortungslosigkeit mancher Tierhalter entsetzt. Foto:  M. Berger

Schwalm-Eder. Fünf Hunde und 25 Katzen wurden seit Sommerferienbeginn als Fundtiere im Tierheim Beuern abgegeben, der Tierschutzverein Homberg-Borken hat bisher sieben Hunde, sechs Katzen und vier Hasen untergebracht. „Die Leute werden immer skrupelloser“, sagt Katharina Kulle.

Die Tierschützerin berichtet, dass sie kürzlich eine deutsche Dogge aufgenommen haben: Die Besitzern hatten sie nahe Gudensberg einfach angebunden. Wenn diese so ausgesetzten Tiere nicht gefunden werden, verdursten und verhungern sie elendig. Die Hemmschwelle, Tiere einfach irgendwo auszusetzen oder anzubinden, sei in den vergangenen Jahren zunehmend gesunken, sagt Kulle.

Sonja Hentschel vom Tierschutzverein Homberg-Borken kann das nur bestätigen. „Zurzeit ist es ganz schlimm“, sagt die Vereinsvorsitzende. Der Verein habe in diesen Ferien deutlich mehr ausgesetzte Tiere zu betreuen als noch in den vergangenen Jahren.

Umherirrende Hündin

Nur die Tiernothilfe Schwalmstadt verzeichnet derzeit keinen Anstieg. „Im Gegenteil“, sagt die 2. Vorsitzende Petra Postleb-Ziegert. Eine Katze mit fünf Jungen und einen Boxer zählten die Schwalmstädter bisher. „Bei uns ist das ungewöhnlich wenig. Aber die Ferien sind noch nicht zu Ende.“

Sonja Hentschel stellt auch fest, dass sich viele Besitzer von entlaufenen Tieren weder bei der Polizei noch bei den Tierschutzvereinen melden, um ihren Vierbeiner wieder zufinden: In der Gegend um Borken irrte zwei Wochen lang eine belgische Schäferhündin umher. Dann wurde sie von einem Auto angefahren und musste eingeschläfert werden. Niemand hatte die Hündin als vermisst gemeldet.

Ein neues Phänomen seien seit einigen Jahren auch Schildkröten als Fundtiere. „Wir haben erst vor kurzem zwei eingesammelt. Auch im Winter hatten wir schon einige gefunden“, sagt Katharina Kulle. Aktuell wurde eine Schildkröte am Straßenrand zwischen Schönau und Sebbeterode aufgelesen.

Es handelt sich um eine Gelbwangenschildkröte mit einer Panzerlänge von 25 Zentimetern. Es wird nicht nicht ausgeschlossen, dass das Reptil ausgesetzt wurde. Der Besitzer kann sich bei der Tiernothilfe Schwalmstadt oder bei der Gemeindeverwaltung Gilserberg melden oder sich mit der Polizei in Verbindung setzen. Weitere Artikel

Von Heike Wagner

Quelle: HNA

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