Kommandeur Oberst Michael Matz verlässt nach knapp zwei Jahren das Jägerregiment

Angetreten zum Wechsel

Künftig unter anderem Wappen: Der Kommandeur des Jägerregiments, Oberst Michael Matz, verlässt die Schwarzenborner Einheit. Foto: Grede

Schwarzenborn. Der Nummer eins bleibt Oberst Michael Matz treu: 1600 Soldaten des Jägerregiments 1 treten am heutigen Freitag in Schwarzenborn an, um ihrem Kommandeur Adieu zu sagen. Ab Montag werden den 51-Jährigen die 500 zivilen Mitarbeiter und 700 Soldaten des einzigen Gefechtsübungszentrums des Heeres in Letzlingen (Sachsen-Anhalt) als neuen Leiter willkommen heißen. Matz wird damit die Aufsicht über Europas modernste militärische Ausbildungseinrichtung übernehmen.

„Die Nordhessen sind angenehme Zeitgenossen, erdverbunden und offen.“

Oberst Matz, Norddeutscher

Während es für den Offizier künftig heißen wird, Einsätze mit original Waffensystemen mit modernster Lasertechnik zu simulieren, prägte in den vergangenen 21 Monaten die Verantwortung für einen besonders brenzligen Einsatz den Alltag des Kommandeurs: Improvisierte Sprengladungen, Beschuss aus dem Hinterhalt und die Gefahr von Selbstmord-Attentaten – ein Jahr lang stellten die Soldaten des Jägerregiments die Schnelle Eingreiftruppe im Norden Afghanistans, sechs Monate unter Matz’ Kommando.

„Nicht allein Fortune ist der Grund, dass alle Männer und Frauen heil nach Hause gekommen sind“, erklärt der Oberst. Vielmehr spreche das auch für eine optimale Einsatzvorbereitung und gute Ausrüstung. Gerade dieser gefährliche Einsatz habe menschliche Nähe geschaffen: „Die Männer und Frauen des Jägerregiments sind mir ans Herz gewachsen.“

Mit ihm kamen die Kräne

Seit knapp zwei Jahren steht Matz dem Jägerregiment vor – eine Phase, in der auch die Knüllkaserne ihr Gesicht verändert hat. Nicht nur ein besonderes Fahrzeug bereichert inzwischen den Fuhrpark der Kaserne. Durch die Region tourt neuerdings ein weißer Bus mit dem Wappen des Jägerregiments. Die Schwarzenborner Einheit ist damit die einzige innerhalb der Bundeswehr, die einen Bus mit eigenem Logo fährt.

Ein wenig Stolz schwingt auch mit, wenn der Oberst sagt: „Mit mir kamen die Baukräne in die Kaserne.“ Die standen für neue Sportanlagen in Richtung Hauptschwenda und am Truppenübungsplatz. Auch der akute Platzmangel in der Kaserne wird voraussichtlich bald behoben sein. Gebaut wird an drei Unterkunftsgebäuden. Mit dem Bau des Unterkunftsgebäudes für die 1. Kompanie ist bereits begonnen worden. Auch die neue Heizungsanlage wird voraussichtlich bis 2011 fertiggestellt sein. Holzhackschnitzel werden dann die Gebäude auf dem Areal beheizen.

Matz pflegte die Kontakte zu immerhin acht Patenstädten und -gemeinden der Regimentskompanien. Auf diesen Erfahrungen basiert ein Lob des Norddeutschen: „Die Nordhessen sind angenehme Zeitgenossen, erdverbunden und offen.“

Angetreten im Jägerregiment war Matz mit dem Vorsatz, nicht nur auf Drill und militärischen Gehorsam zu setzen, sondern auf Teamgeist und Dialog.

Heute wird seine Mannschaft antreten, um ihren Kapitän zu verabschieden. Willkommen heißen werden die Soldaten beim Appell in Schwarzenborn den neuen Kommandeur des Jägerregiments, Oberst Gunter Schneider.

• Appell zur Kommandoübergabe im Bereich der Platzrandstraße des Truppenübungsplatzes, Höhe Parkplatz Söhrehütte, heute (5.11.) ab 11 Uhr.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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