Tierschutzorganisation zeigt Frau aus Schwalm-Eder-Kreis an

Angler aus dem Schwalm-Eder-Kreis im Visier von Peta

Schwalm-Eder. Eine Sportfischerin aus dem Schwalm-Eder-Kreis ist ins Visier der Tierschutzorganisation Peta geraten. Man habe sie angezeigt, weil sie gegen das Tierschutzgesetz verstoßen habe, teilt Peta mit.

Grund ist ein Angelwettbewerb, an dem die Frau teilgenommen hatte. Ein Foto mit dem gefangenen Fisch ist im Internet zu sehen. Bei dem Wettbewerb seien fast 11 000 Fische aus reinem Spaß gefangen worden, behauptet Peta, und das sei verboten. Die Organisation erklärt, sie habe bundesweit 4000 Wettbewerbsteilnehmer angezeigt und beruft sich auf die Staatsanwaltschaft Augsburg, die Wettfischen für Tierquälerei halte. Peta zitiert zudem Gutachten, wonach Fische Schmerzen empfänden und ein Bewusstsein hätten.

Angler reagieren gelassen Frank Schlichting sieht die angebliche Welle von Anzeigen gelassen. Schlichting ist stellvertretender Chefredakteur der Angelwoche, die den umstrittenen Wettbewerb veranstaltet. Bereits im vergangenen Jahr habe Peta eine solche Aktion gestartet. Tatsächlich, so Schlichting, könne die Organisation gar nicht alle Teilnehmer anzeigen, weil sie die Daten nicht habe.

Die Anzeigen, die tatsächlich gestellt worden seien, seien eingestellt worden. Von Tierquälerei könne ohnehin keine Rede sein. Fische dürften dann gefangen werden, wenn sie sinnvoll verwertet oder sinnvoll zurückgesetzt würden, das stehe auch so in den Wettbewerbsregeln. Schlichtings Kommentar zur Peta-Kampagne: „Das ist Rufmord.“ In der Pressemitteilung kürzt Peta den Namen der Sportfischerin ab, allerdings ist sie anhand der dort angegebenen Daten in kürzester Zeit im Internet zu finden. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes verzichten wir in der Berichterstattung auf diese Details.

Peta sieht da jedoch kein Problem. Die betroffenen Angler würden sich selbst mit Fotos und Namen in die Öffentlichkeit bringen, sagte Peta-Rechtsberater Dr. Edmund Haferbeck auf HNA-Anfrage. Außerdem wüssten die Wettbewerbsteilnehmer, dass Peta Anzeigen erstatte. Sollten Fischer gegen die Pressemitteilung Einwände haben, so Haferbeck, könnten sie sich melden: „Da streiten wir uns gerne.“

Die Staatsanwaltschaft Kassel wollte sich zum konkreten Fall nicht äußern und auch den Eingang der Anzeige nicht bestätigen. Grundsätzlich gelte, dass nicht in jedem Fall ein Verfahren eröffnet werde, sagte Pressesprecher Dr. Götz Wied. Wenn etwa offensichtlich keine Straftat vorliege, passiere nichts. Peta hat inzwischen eine Bestätigung für den Eingang der Anzeige vorgelegt. Die Zielsetzung ist klar: Die Organisation möchte ein Verbot.

„Peta wird so lange Strafanzeige gegen Wettangel-Teilnehmer erstatten, bis diese tierverachtenden Wettbewerbe nicht mehr stattfinden“, wird die Peta-Meeresbiologin Dr. Tanja Breining zitiert.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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