Angst vor der Baustelle

Umbau: Am Marktplatz formiert sich Widerstand gegen Zeitplan

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So soll es werden: Der Marktplatz mit der fest installierten Bühne (rechts).

Fritzlar. Fritzlar will den Marktplatz umgestalten und schöner machen, unter anderem mit neuem Pflaster und einer festen Bühne. Jetzt regt sich Widerstand gegen den Zeitplan.

Jan und Karin Schlotthauer, Investoren und Eigentümer von drei Häusern am Marktplatz, haben die Initiative ergriffen und Unterschriften dafür gesammelt, dass nicht Ende Mai, sondern erst im September mit den Arbeiten begonnen wird. Ihre Befürchtung: Den Geschäftsleuten am Marktplatz würden Bauarbeiten in den Sommermonaten das Geschäft vermiesen, das könne sogar existenzgefährdend werden.

Nach eigenen Angaben haben Schlotthauers mittlerweile 500 Unterschriften für ihre Forderung zusammengetragen, darunter von etwa 80 Prozent der Geschäftsleute am Marktplatz.

Am Beispiel der Eisdiele am Marktplatz gehen sie von einem Umsatzrückgang von 20.000 bis 25.000 Euro monatlich aus. Die von der Stadt ins Feld geführten Mehrkosten für eine Winterbaustelle, es war von 50.000 Euro die Rede, bezweifeln Schlotthauers. Bürgermeister Hartmut Spogat relativierte die Zahl im Gespräch mit der HNA, es könnte auch weniger sein.

Winterbaustelle billiger?

Die Initiatoren der Unterschriftenaktion sagen hingegen, dass eine Winterbaustelle sogar günstiger kommen könne. Viele Firmen im Tiefbau würden sogar günstiger arbeiten, weil sie in den Wintermonaten Aufträge brauchten. Berthold Menges vom Bauamt der Stadt hält das für eher unrealistisch.

Gegen eine Winterbaustelle sprächen mehrere Gründe, sagte Bürgermeister Spogat auf HNA-Anfrage. Er habe erst kürzlich mit den Versorgern, der EWF für Gas und Strom sowie dem Gruppenwasserwerk gesprochen, bei denen Arbeiten im Winter sehr skeptisch gesehen würden. So würde die Isolierung von Elektroleitung brechen, wenn Temperaturen unter plus 5 Grad herrschten.

Während der Tiefbauarbeiten müssten die Wasserrohre zeitweise oberirdisch liegen. Bei leichtem Frost könne man sie noch anwärmen, bei strengen Wintertemperaturen werde es aber problematisch mit der Wasserversorgung, erläuterte Spogat.

Schotter könnte sich setzen

Der Schotterbelag könnte sich schlimmstenfalls im Winter absenken, sagte Spogat, ohne dass Firmen dafür eine Gewährleistung übernähmen. Den Vorschlag, alle Tiefbauarbeiten am Stück durchzuziehen, wies Spogat zurück. Er wolle nicht, dass der Marktplatz ein großes Loch werde, sondern abschnittsweise planen.

Zugleich lehnt Spogat eine Verschiebung, vielleicht um einen kürzeren Zeitraum, nicht grundsätzlich ab. Wichtig sei der Rat der Fachleute, aber auch die Interessen der Geschäftsleute. Entscheiden müssen die Stadtverordneten am Donnerstag.

Quelle: HNA

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