Angst vor heimlichen Fotos in der Sauna: Verbot in vielen Bädern

Wolfhager Land. Das wilde Fotografieren mit dem Handy wird auch in den Schwimmbädern des Wolfhager Landes immer mehr zum Problem. Badegäste, die auf dem Schwimmbadgelände fotografieren, würden von den Mitarbeitern angesprochen, sagt Sven Gulau, Betriebsleiter des Wolfhager Erlebnisbades.

„Wir erklären dann, dass bei uns ein generelles Fotografier- und Filmverbot herrscht.“ Das Problem: Viele Knipser wissen nichts von den Vorschriften des Strafgesetzbuchs oder ignorieren sie. Dort wird in Paragraph 201a die Verletzung des Persönlichkeitsrechts durch Bildaufnahmen generell geregelt. Entsprechend sind die Strafanzeigen in den vergangenen zehn Jahren auch im Bereich des Polizeipräsidiums Nordhessen rasant gestiegen.

Laut Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch wurden im Jahr 2006 gerade mal vier Fälle angezeigt, 2009 waren es schon 24, im vergangenen Jahr 51 und im laufenden Jahr sind bereits 43 Anzeigen erstattet worden. Den Anstieg erklärt Jungnitsch auch damit, dass die Verbreitungsmöglichkeiten durch die sozialen Medien, wie zum Beispiel Facebook, ganz anders als noch vor fünf Jahren seien.

Das Gros der Anzeigen habe nach wie vor eine Trennungsgeschichte als Hintergrund. Aber auch das Fotografieren von Badegästen führe zu Anzeigen. Erst am 1. Mai wurde ein 35-jähriger Mann aus Zierenberg erwischt, der im Aqua-Park Baunatal durch ein Guckloch in einer Kabine mit seinem Handy eine Frau fotografieren wollte. Allerdings habe er vergessen, das Auslösegeräusch und den Blitz auszustellen und flog auf. Zu Diskussionen komme es immer wieder auch in der Sauna der Märchenlandtherme, sagt Breunas Hauptamtsleiter Walter Schmand. Dort herrsche ein absolutes Handy- und Kamera-Verbot, sagt Schmand.

Dennoch müssten die Mitarbeiter immer wieder einige „Unbelehrbare“ auf das Verbot hinweisen.

Von Nicolai Ulbrich

 

Hintergrund:

Auch beim Förderverein Freibad Sand/Merxhausen, der das Bad am Buchholz seit diesem Jahr betreibt, ist das Fotografieren oder Filmen ein Thema, sagt Vorsitzende Carola Göhlich. Erst beim Familienfest am vergangenen Wochenende habe man darüber gesprochen. Da ein generelles Verbot jedoch schwierig umzusetzen sei, spreche man Eltern etwa an, ob es zwingend nötig sei, dass deren Kinder ganz nackt im Bad herumliefen.

Die Verantwortung obliege jedoch den Eltern. Man sei durch die Diskussion in den Medien sensibilisert, sagt Göhlich. Sowohl das Team vom Förderverein als auch der Schwimmmeisterwürden darauf achten, wer welche Fotos im Bad macht.

Quelle: HNA

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