Angst vor Katzenfängern

Im Schwalm-Eder-Kreis verschwinden auffällig viele Tiere

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Am besten tätowieren, chippen und registrieren lassen: So kann man verschwundene Katzen leichter wieder aufspüren. Foto: dpa

Schwalm-Eder. Im Schwalm-Eder-Kreis sind möglicherweise Katzenfänger unterwegs: In den vergangenen Wochen seien ungewöhnlich viele Tiere in unserer Region verschwunden, sagt Johanna Büchling von der Katzenhilfe Guxhagen.

Unter anderem wurden Fälle aus Körle, Melsungen, Felsberg und Grifte gemeldet. Diese Häufung sei auffällig.

„Vermutlich werden die Katzen eingefangen, um sie dann an kleine Labors für Tierversuche zu verkaufen“, erklärt Büchling. Denn während größere Labors ihre Versuchstiere selbst züchteten, griffen kleinere oft auf solche gefangenen Tiere zurück.

Der Verdacht, dass professionelle Tierfänger hinter dem Verschwinden von Katzen stecken, wird zwar häufig geäußert - Beweise dafür gibt es allerdings nicht. „Die Polizei hat nie etwas Handfestes gefunden“, sagt Sebastian Weilbächer von der Organisation Tasso, die bundesweit nach verschwundenen Tieren fahndet.

Es gebe durchaus auch eine natürliche Erklärung dafür, dass zu dieser Jahreszeit viele Katzen verschwinden: „Es ist Paarungszeit“, erklärt Weilbächer. Auf Partnersuche würden Katzen eher ihr angestammtes Revier verlassen.

Johanna Büchling von der Katzenhilfe Guxhagen appelliert an die Bevölkerung, aufmerksam zu sein und ungewöhnliche Vorfälle an die örtlichen Tierschutzvereine zu melden. So wurde in Grifte, wo auch viele Katzen verschwunden sind, ein weißer Kastenwagen mit Paderborner Kennzeichen gesichtet - dies könnte ein möglicher Hinweis auf die Katzenfänger sein, sagt Büchling.

Auf jeden Fall sollte man Haustiere tätowieren oder chippen lassen und bei Tasso registrieren, rät Büchling. So kann man verschwundene Katzen leichter wieder aufspüren - wenn sie tatsächlich nur entlaufen sind und nicht doch von einem Tierfänger erwischt wurden.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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