Japanischer Generalkonsul aus Frankfurt sprach über die Folgen der Katastrophe

Angst vor dem Tsunami

Generalkonsul Toyoei Shigeeda

Borken. Dreistellige Milliardenbeträge in Euro kostete bisher der Wiederaufbau an Japans Nordostküste, die am 11. März vergangenen Jahres durch Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe verwüstet wurde. Weitere 190 Milliarden Euro werden benötigt.

Das berichtete der japanische Generalkonsul Toyoei Shigeeda aus Frankfurt. Er war zu einem Benefizkonzert des Jade-Trios zu Gunsten der japanischen Opfer nach Borken gekommen, um vor 70 Gästen im Borkener Rathaus über die Lage in seiner Heimat zu informieren. „Wir werden alles unternehmen, damit die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, wieder zurückkehren können“, sagte der Konsul. Der Wiederaufbau habe Priorität. Die verstrahlten Gebiete müssten dekontaminiert, die Verschmutzung der Meere verringert werden.

Die Konjunktur habe sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit erholt. Japan habe für Lebensmittel Strahlengrenzwerte festgelegt, wenn diese überschritten würden, dürften die Produkte nicht verkauft werden. Die Europäische Union kontrolliere die Produkte noch einmal bei der Einfuhr. Heute könne man in fast alle Regionen Japans so wie vor dem Erdbeben reisen. Er forderte die Deutschen auf, japanische Produkte zu kaufen und nach Japan zu reisen, das sei die größte Unterstützung für sein Land.

Auf die Frage von Ingo Sielaff, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bergbaumuseums Borken und Moderator der Benefiz-Veranstaltung, ob die Folgen der Katastrophe wissenschaftlich aufgearbeitet werden, antwortete Shigeeda, die Opfer seien wegen des Tsunamis gestorben. „Es gibt keine Japaner, die an Radioaktivität gestorben sind.“ Es werde alles versucht, die Gefahren zu vermeiden, aber man warte noch auf die Schlussfolgerungen der Wissenschaft zu den Auswirkungen auf den Menschen. Er denke, dass die Abhängigkeit Japans von der Atomenergie verringert werden könne.

Er selbst habe durch die Nachrichten von dem Erdbeben und dem Tsunami gehört. „An Erdbeben sind wir gewöhnt, aber vor der Tsunamiwelle hatten wir große Angst.“ Im Herbst habe er seinen Urlaub dazu verwendet, die zerstörten Regionen zu besuchen. Die Bereitschaft zur Hilfe der Deutschen hätten die Menschen in Japan hoch geschätzt.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

Kommentare