Vermeintlich eklatante Sicherheitsmängel

Anonymer Briefeschreiber wollte Theater-Premiere verhindern

Keine langen Gesichter nötig: Die Premiere der Theatergruppe Dagobertshausen findet statt. Ein anonymer Briefschreiber hatte die Sicherheit des Veranstaltungsort kritisiert, der Bürgermeister gab gestern Entwarnung. Im Bild eine Szene aus dem Stück „Die Karten lügen nicht“ von 2010. Foto: nh

Dagobertshausen. Mit einem anonymen Brief sollte die Theaterpremiere der Dagobertshäuser Theatergruppe am Samstag, 14. März torpediert werden.

Ein bisher unbekannter Briefschreiber hatte am Freitag an die Ordnungsämter in Melsungen und Malsfeld und die Bauaufsicht des Landkreises geschrieben und auf vermeintlich eklatante Sicherheitsmängel im Veranstaltungsraum hingewiesen.

So sollten im Schützenhaus der zweite Notausgang nicht zu erreichen sein, zu viele Stühle gestellt sein und der Schreiber stellte in Frage, ob die Theatergruppe eine Ausschankgenehmigung habe. „Sorgen Sie bitte für die Sicherheit, damit durch das rücksichtslose Verhalten einzelner keine Menschenleben gefährdet werden“, heißt es in dem Brief, der mit G. Fahr (Gefahr) unterzeichnet ist.

Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel gibt Entwarnung. Die Sicherheit des Veranstaltungsraums falle in die gemeindliche Zuständigkeit. „Wir haben keine Bedenken. Der Veranstaltungsraum ist sicher“, sagte Vaupel gestern gegenüber der HNA. Mit dem Bauamt gab es noch einen Ortstermin und ein zweites Fluchtwegeschild wurde angebracht. „Sollte der Fluchtweg nicht einwandfrei zu erreichen sein, wird ein Brandsicherheitsdienst der Feuerwehr für die Dauer der Aufführung präsent sein“, erklärte der Bürgermeister weiter. Die Veranstaltung unterliege davon ab nicht der Versammlungsstättenverordnung. Diese greife erst ab 200 Gästen.

Es gebe auch im geringen Umfang einen Ausschank, aber auch dieser sei in Ordnung. Gerade das gesellige Beisammensein im Anschluss an Veranstaltungen mache doch das gesellschaftliche und kulturelle Zusammenleben in einem Ort aus. „Es ist eine Unverschämtheit, aus der Anonymität kurz vor der Premiere mit solchen Anschuldigungen zu kommen. Warum hat der Absender nicht den Mut, mit offenem Visier das Gespräch mit den Beteiligten zu suchen“, echauffiert sich Vaupel. Der Brief hat auch bei den direkt Betroffenen für einige Verunsicherung gesorgt. Seit Wochen seien die 25 Mitglieder der Theatergruppe im Dauereinsatz, sagt Olaf Wenderoth von der Gruppe. „Ich finde den Brief unverständlich. Es ist ja in Ordnung, wenn jemand Sicherheitsbedenken hat, aber warum klärt er das nicht mit uns oder dem Schützenverein, der das Haus für Veranstaltungen vermietet“, sagt Wenderoth. So ein anonymer Brief sei reine Schikane. Man habe auch einen Verdacht, den wolle man aber nicht öffentlich äußern. Es wäre schön, wenn im Ort wieder Ruhe einkehren könnte. Zuletzt habe es viele Querelen gegeben.

2000 Euro vom Erlös gehen an die Schützen, damit das Haus betrieben werden kann. „Wir haben kein Dorfgemeinschaftshaus, das Schützenhaus ist eine wichtige Institution im Ort“, klärt Wenderoth auf. Man habe auch bereits angeregt, einen weiteren Seiteneingang zu bauen. Vielleicht komme jetzt Bewegung in die Sache. Die Dagobertshäuser Theatergruppe besteht seit 26 Jahren. In dieser Zeit sind nur an zwei Tagen die Aufführungen ausgefallen.

• Karten nur noch für Dienstag, 17. März, Beginn 20 Uhr, Einlass 19 Uhr.

Quelle: HNA

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