Anneliese Heine engagiert sich auch im hohen Alter noch im bürgerschaftlichen Sinn

Anpacken ohne zu fragen

Ein besonderer Tag: Beim diesjährigen Neujahrsempfang der Stadt Wolfhagen ging für die Sanderin Annelise Heine (rechts) ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung: Eine Begegnung mit der von ihr verehrten Theologin Margot Käßmann. Foto: zih

Bad Emstal. „Tue Gutes und rede nicht darüber.“ So kann man im sechsten Kapitel der biblischen Matthäusbriefe die Verse eins bis vier kurz und knapp übersetzen. Für die in Sand lebende Anneliese Heine ist das Buch der Bücher, die Bibel, keine Unbekannte. Von Kindesbeinen an ist sie stark im christlichen Glauben verwurzelt.

Kraft, Lebensfreude und Nächstenliebe, die für sie eine Selbstverständlichkeit sind, schöpft Anneliese Heine aus der Bibel. Am morgigen Sonntag feiert Anneliese Heine im Kreis ihrer Liebsten – den Familien ihrer drei Kinder mit fünf Enkeln und Urenkeln – ihren 85. Geburtstag. „Sie ist immer noch fit wie ein Turnschuh“, sagt ihre Tochter Brigitte.

Wenn in ihrer Heimatgemeinde Helfer gesucht werden, geht auch heute noch Anneliese Heine als leuchtendes Beispiel voran. Egal, ob bei ihren Genossen der Orts-SPD, dem Kultur- und Geschichtsverein, dem Förderverein Bad am Buchholz, dem Freien Volkschor, der Volksbühne Bad Emstal oder der evangelischen Kirchengemeinde.

Als Anfang der 1990er Jahre die ersten Spätaussiedler im Sander Feriendorf eintrafen, war sie zur Stelle. Sie organisierte Kleider- und Lebensmittelspenden und half den Neubürgern bei der Integration. Älteren und kranken Menschen in ihrem näheren Umfeld steht sie trotz ihres eigenen hohen Alters als verlässlicher Ansprechpartner zu Seite. Sie hilft ihnen bei Einkäufen, Arztbesuchen oder Behördengängen. Ihre Leidenschaft für Bücher gibt sie an junge Menschen weiter. Seit 2006 ist die Lesepatin an der Christine-Brückner-Schule, sie selbst bezeichnet sich scherzhaft als Leseoma. Aber auch an ihren Hobbys Stricken, Gartenarbeit und Natur lässt sie andere teilhaben.

Anneliese Heine erblickte am 25. März 1927 in Kassel das Licht der Welt. Mit zwei Geschwistern wuchs sie in Riede auf, der Schlossgemeinde ist sie noch heute eng verbunden. 1946 heiratete sie den Sander Schreiner Gustel Heine, der kurz vor der gemeinsamen Goldenen Hochzeit starb. Aufgrund der frühen Familiengründung brach sie ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester ab. Als Anfang der 60er Jahre das Freibad in Sand eröffnete, betreute sie viele Jahre lang den dortigen Kiosk, danach war sie 15 Jahre lang als Erziehungshelferin im Sander Kindergarten Zwergenhöhle beschäftigt.

Einen großen Wunsch möchte sich Anneliese Heine erfüllen: In Kürze möchte sie Freunde in den USA besuchen. (zih)

Quelle: HNA

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