Europäische Partnerschaften stellten sich vor: Im Landkreis gibt es fast 50 Freundschaften

Anreize für den Austausch

Überzeugt vom vereinten Europa: Gerhard Hosemann, Kreisvorsitzende Marianne Hühn, der Leiter der Europäischen Akademie Hessen Bruno Bengel, Mercedes Thiel von Europe Direct Bad Hersfeld und Joachim Jerosch (von links). Foto: Rose

Ziegenhain. Zum ersten Partnerschaftstag der Europa-Union Schwalm-Eder trafen sich am Samstag 50 Vertreter aus Partnerschaftsvereinen des Kreises in Ziegenhain. Im Mittelpunkt stand ein lebhafter Austausch über die internationalen Freundschaften. „Die Europa Union möchte in diesem Jahr die Partnerschaften in den Fokus rücken, weil wir glauben, dass man für die Verbindungen neue Anreize schaffen muss, um wieder mehr Jugendliche zu begeistern“, sagte die Kreisvorsitzende Marianne Hühn. Letztlich sichere das vereinte Europa nicht nur den Frieden, sondern bringe auch wirtschaftliche Vorteile. „Uns geht es hier heute um den Austausch und darum, Wege zu finden, Partnerschaften lebhafter zu gestalten“, erklärte Hühn.

In lockerer Runde erzählten die Vertreter der Partnerschaftsvereine von schönen, aber auch schwierigen Momenten der Freundschaften: „Schon lange gibt es aus Brüssel keinen Cent mehr für die Vereine“, sagte Helmuth Weidemeyer vom Partnerschaftsverein Neukirchen. Susanne Reutter vom Schwalmstädter Verein ärgerte sich über das hohe Maß an Bürokratie: „Wenn man Anträge auf Förderung stellt, ist man damit mehrere Tage beschäftigt. Und letztlich frustriert, dass nichts dabei heraus kommt.“

Gemeinsame Schulprojekte

Von einer lebhaften Schulpartnerschaft zwischen Gilserberg und Rocheservière berichtete Schulleiter Gerhard Hosemann. „Diesen Bereich der Schulpartnerschaften sollten wir weiter ausbauen“, empfahl Hühn. Gute Beispiele gebe es hier im Nachbarkreis Hersfeld-Rotenburg, wo Schüler bereits gemeinsame Sport- oder Geschichtsprojekte verwirklichten. Joachim Jerosch erzählte von Hilfstransporten sowie Ferienaufenthalten, die der Partnerschaftsverein Homberg-Stolin (Weißrussland) mit viel Engagement und trotz mancher Hürde regelmäßig organisiert. „Wir haben die Kinder wieder hierher eingeladen. Stehen aber im Moment vor dem Problem, dass wir uns die Transportkosten von etwa 5000 bis 6000 Euro nicht leisten können“, verdeutlichte er. Um den Kindern den Erholungsaufenthalt zu ermöglichen, werde fieberhaft nach einer Lösung gesucht.

Landrat Frank-Martin Neupärtl informierte indes über die ersten Kontakte Mitte der 60er-Jahre. Kurz nach Borken und Méru knüpfte auch Wasenberg eine bis heute währende Partnerschaft zu Cléon. Darüber hinaus pflege der Kreis drei internationale Verbindungen mit der finnischen Stadt Kajaani, mit dem District Sedgemoor in Südwestengland und mit dem Landkreis Pila in Polen.

„Wir hoffen, dass wir durch diesen ersten Schritt anderen Vereinen Tipps und Ratschläge geben können und auch künftig miteinander im Gespräch bleiben“, erklärte Marianne Hühn.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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