Nachbarschaftshilfe in Zierenberg: Bei Anruf gibt es Hilfe

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Sie stehen stellvertretend für 32 engagierte Zierenberger: (von links) Herbert Kill, Erna Maurer, Marianne Bätzing und Hartwig Kaiser von der Nachbarschaftshilfe.

Zierenberg. Sie organisieren die kleinen Hilfen des Alltags - wenn jemand Begleitung beim Arztbesuch oder Unterstützung beim Einkaufen benötigt. Die Nachbarschaftshilfe in Zierenberg und den Stadtteilen vermittelt die ehrenamtliche Unterstützung. Anruf genügt.

Die Idee dazu ist in der Zukunftskommission entstanden. Im Sommer 2010 fiel der Startschuss für die Nachbarschaftshilfen. Es geht nicht darum, professionelle Anbieter zu ersetzen. Stattdessen soll flächendeckend geschaffen werden, was auf privater Ebene oftmals schon gut funktioniert: ehrenamtliche Hilfe.

Doch der Start verläuft schleppend. Die Initiatoren verteilen Handzettel, aber kaum jemand meldet sich. Erst durch die direkte Ansprache wächst das Interesse.

Die Vermittlung läuft ganz unkompliziert: Auf der einen Seite steht das Angebot, auf der anderen die Nachfrage. Jeder der 18 Helfer hat seine Einsatzgebiete - ganz nach Interesse.

Ein Telefondienst hat im Rathaus ein festes Büro. Er nimmt wöchentlich an zwei Tagen Anrufe entgegen. 14 Ehrenamtliche wechseln sich ab. Die restliche Zeit ist ein Anrufbeantworter geschaltet.

Für den Telefondienst sind zwei Fragen entscheidend. „Können wir überhaupt helfen? Haben wir die passenden Helfer?“, sagt Herbert Kill, der den Telefondienst organisiert.

Manchmal passiert auch nichts. „Wir saßen schon mal acht Wochen vor dem Telefon, ohne dass ein Anruf kam“, sagt Hartwig Kaiser. Für ihn ist klar, dass das Projekt Nachbarschaftshilfe eine längerfristige Sache ist. „Wir brauchen einen langen Atem.“

Vielleicht ist die Hemmschwelle bei einigen zu hoch. Vielleicht sind die Nachbarschaftshilfen durch den Telefondienst zu institutionalisiert, vermuten die Ehrenamtlichen. Vielleicht rufen die Hilfesuchenenden im Zweifelsfall lieber den Nachbar oder einen Bekannten als jemand fremdes an. Bislang leisteten die Helfer 60 Hilfen bei 25 Anrufen. Ein Indiz dafür, dass inzwischen vieles direkt zwischen Helfern und Hilfesuchenden geregt wird. Ganz ohne den Telefondienst.

Derzeit melden sich vor allem Senioren bei der Nachbarschaftshilfe. Doch das Angebot steht allen Zierenbergern offen.

„Wir werden jetzt wieder in die Gruppen gehen und unser Projekt in Erinnerung rufen“, sagt Marianne Bätzing. Denn eines sei klar: Die Hilfsbereitschaft ist da.

Quelle: HNA

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