Anschluss an Melsungen statt Neubau einer Kläranlage

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Hier soll das Abwasser hin: Die Gemeindevertreter haben entschieden, dass keine neue Kläranlage gebaut werden soll, sondern die Gemeinde ans Klärwerk Melsungen (Archivfoto) angeschlossen werden soll.

Körle. „Das Schöne an der Kommunalpolitik ist doch, dass man auch mal einer Meinung sein kann“, sagte Joachim Gebauer (CDU), als es im Körler Parlament um die Grundsatzentscheidung in Sachen Abwasserentsorgung ging.

Die Gemeindevertreter beider Fraktionen, SPD und CDU, waren sich einig, dass sie auf Grundlage einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Studie die Lösung favorisieren, die einen Anschluss an das Klärwerk in Melsungen vorsieht. Die Investitionskosten dafür sind mit 2,2 Millionen um rund 800 000 Euro geringer als bei einem Neubau einer eigenen Kläranlage. Die alte ist in weiten Teilen über 40 Jahre alt und hat an vielen Stellen Sanierungsbedarf.

Auch bei den Betriebskosten könnten mit dem Anschluss an das Melsunger Klärwerk laut der Machbarkeitsstudie 110 000 Euro im Jahr gespart werden.

Stimmen nun auch die Melsunger Stadtverordneten bei einer ihrer nächsten Sitzungen für die gemeinsame Entsorgung, dann können die Konditionen für einen Vertrag ausgehandelt werden. Melsungens Bürgermeister Dieter Runzheimer sagt: „Ich würde es gut finden, wenn das Vorhaben gelingt. Zu entscheiden haben das die Stadtverordneten, aber ich denke das wird positiv gesehen.“

Vorher sollen, auch das war Teil des Beschlusses der Gemeindevertreter, aber die Körler Bürger in einer Versammlung über die Planung informiert werden. Die Abwassergebühr werde laut Bürgermeister Mario Gerhold in jedem Fall steigen. Denn auch für die angestrebte Variante sind einige Bauarbeiten nötig. Unter anderem müsste unterhalb des Körler Bahnhofes im Hilgenweg, wo zurzeit das Regenüberlaufbecken steht, ein neues Pumpwerk gebaut werden.

Der Kanal von der Kläranlage zum Pumpwerk müsste auf 250 Metern erneuert werden. Vom Pumpwerk müsste eine vier Kilometer lange Druckleitung nach Röhrenfurth gelegt werden. Dort könnte bereits ein Anschluss erfolgen, sagt Bürgermeister Mario Gerhold. Dazu kämen noch Umbauarbeiten an Pumpwerken in Röhrenfurth und Schwarzenberg.

Quelle: HNA

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