„Casseler Bergland“ und „Kulturlandschaft Hessenspitze“ mit 3,5 Mio. Euro gefördert

EU-Fördergeld: Anschub für Wanderpfade

+
Aufwind für Tourismus: Auch für den Habichtswaldsteig, wie hier bei Wolfhagen, gab es Fördergeld aus Brüssel.

Wolfhagen/Zierenberg/Kreis Kassel. Viele Einrichtungen der Region verdanken ihre Existenz zu einem Gutteil Fördergeld aus Brüssel.

Zum Beispiel das neue Pflege- und Gesundheitszentrum in Nieste, das Kino Wolfhagen, die Modernisierung des Infozentrums im Tierpark Sababurg, die Sinnesgänge im Kaufunger Ziegeleimuseum, das Besucherzentrum auf dem Dörnberg und der Ausbau des Netzes häuslicher Versorgung Schwerstkranker im nördlichen Landkreis.

Seit 2008 sind 3,5 Millionen Euro aus Töpfen der Europäischen Union (EU) in die nordhessischen Förderregionen „Casseler Bergland“ und „Kulturlandschaft Hessenspitze“ geflossen.

Sie hätten mehr als das Vierfache, also 17 Millionen Euro, an Investitionen im ländlichen Raum angestoßen, sagte Landrat Uwe Schmidt (SPD): „Das ist eine wunderbare Geldvermehrung.“

Der Kreisverwaltungschef und Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake (SPD), Vorsitzender des die Förderanträge koordinierenden Vereins Region Kassel-Land, zogen jetzt eine glänzende Bilanz der Förderperiode, die dieses Jahr zu Ende geht.

Schmidt hob vor allem die Bedeutung des EU-Gelds für den Ausbau des Tourismus im Landkreis Kassel hervor. „Die 24 Eco-Pfade, die wir schon angelegt haben, und die sieben, die dieses Jahr noch hinzukommen, haben wir diesem Fördergeld zu verdanken“, sagte der Landrat.

Ähnliches gelte für den Grimm- und den Habichtswaldsteig, mit denen die Region bereits touristisch punkte, erklärte Schaake. Die Wanderpfade zögen schon viele auswärtige Gäste an. In Wolfhagen sei mit EU-Geld außerdem das einzige Kino modernisiert worden. „Das hätte sonst wahrscheinlich Schwierigkeiten bekommen“, sagte der Bürgermeister.

Auch der Privatwirtschaft haben die Fördergelder geholfen. So sei die Existenzgründung der Qualitätsmanagement-Firma Eusterwiemann in Vellmar damit angeschoben worden, ebenso wie die Eröffnung einer Rösterei in Gudensberg durch einen jungen Berliner Existenzgründer.

Nächstes Jahr werden die Karten neu gemischt. Die beiden Regionen werden sich für die nächste Förderperiode beim Land Hessen bewerben.

Es sei unsicher, ob wieder genauso viel Geld nach Nordhessen fließe, sagte Ute Raband, Regionalmanagerin des Vereins Kassel-Land. Man stehe da in Konkurrenz zu anderen Regionen. Raband hofft, dass in der Bewerbungsphase kein Jahr verloren geht.

Schließlich gebe es vor allem im nördlichen Landkreis Kassel, im Kasseler Osten, im Naumburger Land und auch beim Radwegenetz großen Bedarf. „Es hängt noch an vielen Ecken“, sagte sie. (pdi)

Quelle: HNA

Kommentare