Antikriegstag auf Trutzhainer Waldfriedhof: Gegen das Vergessen

Erinnern an die Schrecken des Krieges: Auf dem Trutzhainer Waldfriedhof legten zum Antikriegstag (von links) Marco Braun, Pascal Heck und Clara Teufel von der Melanchthon-Schule Nelken nieder und lasen Texte. Foto: Rose

Trutzhain. In einer bewegenden Stunde gedachten am Montagabend Menschen auf dem Waldfriedhof in Trutzhain dem Antikriegstag. Organisiert von der Gedenkstätte und dem Arbeitskreis Spurensicherung des DGB Ortsverbandes Schwalmstadt strömten diesmal besonders viele Gäste auf das Areal

Das wurde 1941 angelegt. Seine Geschichte blieb lange im Verborgenen.

„Die Fläche entstand zunächst als Internierten-Friedhof mit einem einzigen Hinweisschild an der Bundesstraße. Das war eine weitere Diskriminierung der Kriegstoten“, erläuterte Hans Gerstmann vom Arbeitskreis. Man habe im Laufe der Arbeit 367 Soldaten die Namen zurück geben können. Der Erste Stadtrat Detlef Schwierzeck erklärte, dass dieses dunkle Kapitel nie vergessen werden dürfe. „Das ist keine hohle Phrase, sondern ein Anliegen.“

Erinnern an Kriegsanfänge 

Um über Kriegsverbrechen und Antisemitismus aufzuklären, dafür setze sich seit 60 Jahren die Hessisches Landeszentrale für politische Bildung ein, sagte Dr. Monika Hölcher, die ein Grußwort sprach. „2014 ist ein besonderes Jahr: Vor 100 Jahren begann der Erste, vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg. Schauen wir in die Welt, wird klar, dass Frieden eben keine Selbstverständlichkeit, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.“

In seiner Gedenkansprache beleuchtete Prof. Dr. Dietfried Krause-Vilmar aus Kassel die „planmäßige Vernichtung, die von Anfang an bei den Nazis auf dem Programm stand“. Der Arbeitskreis Spurensicherung habe die Geschichte „allmählich freigeschaufelt“. Die Bedeutung des Ortes sei nicht zu unterschätzen: „Es ist ein altes Recht, zu wissen, wo der Vater begraben liegt“, sagte Krause-Vilmar.

Gedenkstätten und Orte der Erinnerung hätten nicht nur für Familien eine Bedeutung, sie dokumentierten die Wahrheit, zeugten aber auch vom Einspruch der Bürger gegen einen vernebelnden Umgang: „Im Ort ist die Stunde der Wahrheit“, erklärte der Professor. Gestaltet wurde die Gedenkveranstaltung zudem von jungen Leuten der Melanchthonschule sowie Bläsern der Familie Merle.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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