Missbrauchte Kinder sind Mädchen

Kinderpornos: Anwalt spricht von Reue

Wolfhagen. Bis es zum Prozess gegen den Mitarbeiter der Stadtverwaltung Wolfhagen kommen wird, der Kinder missbraucht und sowie kinderpornografische Bilder und Videos besessen haben soll, kann es noch Monate dauern.

Das jedenfalls ist die Einschätzung von Rechtsanwalt Knuth Pfeiffer, der den Beschuldigten vertritt.

Man sei noch in einem frühen Stadium, die Datenträger werden noch ausgewertet, deswegen rechnet der Verteidiger aus Kassel damit, dass mindestens ein halbes Jahr bis zum Prozessauftakt ins Land gehen wird.

Um wie viele Dateien – Fotos und Videos – es insgesamt geht, könne er derzeit nicht sagen, so Pfeiffer, bislang habe er noch keine Akteneinsicht genommen.

Die Staatsanwaltschaft Kassel hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass gegen Pfeiffers Mandanten wegen des Verdachts des Besitzes und Verbreitens kinderpornografischer Schriften ermittelt werde. Außerdem bestehe der Verdacht, dass der Mann seit dem Jahr 2002 „an sechs Kindern im Alter von vier bis 14 Jahren sexuelle Handlungen vornahm“.

Geständnis

Rechtsanwalt Pfeiffer bestätigte, dass der Beschuldigte, „im Wesentlichen ein Geständnis abgelegt“ habe, „dass er Bilder und Videos besessen und angefertigt“ habe. In dem Geständnis habe sein Mandant „zum Ausdruck gebracht, dass er es bereut“. Der Verteidiger weiter: „Er ist sich jetzt der Tragweite seiner Tat bewusst.“

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Beamte der Kripo hatten den Verwaltungsmitarbeiter am 28. Mai im Rathaus festgenommen, als sie dessen Dienstcomputer beschlagnahmten. Sein Mandat habe „nicht damit gerechnet“, berichtet der Anwalt, „er war geschockt und seine Frau natürlich auch“. Er sitze derzeit in der JVA Kassel in Untersuchungshaft. Über seinen Zustand sagt Knuth Pfeiffer: „Er ist depressiv drauf.“

Von Seiten der Kasseler Staatsanwaltschaft wurde am Freitag ergänzend mitgeteilt, dass es sich bei den betroffenen sechs Kindern im Alter zwischen vier und 14 Jahren um Mädchen handele. „Näheres hierzu kann ich aus Gründen des Opferschutzes nicht sagen“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Dr. Götz Wied.

Wied erklärte außerdem: „Gegen weitere Personen im Wolfhager Land oder darüberhinaus wird im Zusammenhang mit dem vorliegenden Fall nicht ermittelt.“

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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