Anwesen im Altkreis Ziegenhain voller Schusswaffen: 51-Jähriger verurteilt

Schwalmstadt. Beamte hatten bei ihm Handfeuerwaffen und 529 Stück Munition gefunden. Sie waren über das gesamte Anwesen im Altkreis Ziegenhain verstreut.

Sie lagen in Schränken, Schubladen, Vasen, Regalen und Speisfässern, erinnerte sich ein Polizist bei der Verhandlung gegen einen 51-Jährigen aus dem Altkreis Ziegenhain. Wegen unerlaubtem Waffen- und Munitionsbesitzes wurde der Mann nun vom Amtsgericht Schwalmstadt zu einer Geldstrafe von 2730 Euro verurteilt.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Marburg dem Rentner bereits vorgeworfen, in seinem Haus drei Waffen und größerer Mengen Munition versteckt zu haben. Darüber hinaus hatte der Mann laut Anklageschrift aus einer Schreckschusswaffe eine funktionsfähige, scharfe Waffe gebaut.

Obwohl der Angeklagte zu den Vorwürfen keine Angaben machen wollte, erbrachte die Beweisaufnahme ein umfassendes Bild. Dank einer überaus detaillierten Aussage eines Polizeibeamten blieben keine Fragen offen. Man sei durch einen Tipp auf den 51-Jährigen aufmerksam geworden. Unter anderem sei auch von einer Maschinenpistole die Rede gewesen, sagte der Beamte im Zeugenstand: „Wir haben das Haus von außen nach innen und von unten nach oben durchsucht.“

Laut Akte entdeckten die Beamten bei der Hausdurchsuchung drei Handfeuerwaffen und insgesamt 529 Stück Munition. Sowohl Munition wie auch Waffen waren gewissermaßen über das gesamte Anwesen verstreut und lagen in Schränken, Schubladen, Vasen, Regalen und Speisfässern, erinnerte sich der Polizist.

Des Weiteren habe man im Auto des Angeklagten ein Bündel mit falschen 500-Euro- Scheinen gefunden sowie auf dem Dachboden des Hauses einige junge Cannabispflanzen. „Die ganze Durchsuchung ist sehr entspannt abgelaufen“, sagte der Zeuge.

Bei den gefundenen Waffen handelte es sich um eine Schreckschusspistole, eine Starterpistole und einen umgebauten Scheckschussrevolver. Eine Maschinenpistole war nicht dabei. „Die Starterpistole war von anno dazumal. Die Waffe war unheimlich alt und die Funktion nicht unbedingt gegeben“, erklärte der Polizist.

Bei der genaueren Untersuchung der Waffen entdeckte die Polizei bei dem Schreckschussrevolver einen aufgebohrten Lauf. Auf die Frage des Gerichts, ob man damit scharfe Munition verschießen könne, antwortete der Zeuge: „Ich habe es nicht probiert, aber augenscheinlich ist es möglich.“

Im Plädoyer versuchte der Verteidiger seinen Mandanten als leidenschaftlichen, und vor allem harmlosen Sammler von Krimskrams darzustellen. Die Manipulation der Waffen sei doch vielmehr die typische Vollidiotentat eines Jugendlichen gewesen, sagte der Jurist und verwies auf den Sohn des Angeklagten.

Darüber hinaus sei die Schussfähigkeit der umgebauten Waffe zweifelhaft, so der Anwalt: „Wenn da eine Patrone durchgeht, ist das doch suizidal.“ Der 51-Jährige selbst schien seine Tat zu bereuen: „Ich war mir nicht bewusst, dass ich andere durch meine Sammelleidenschaft in Gefahr bringen könnte.“

Das Gericht konnte die Sammlerthese des Rechtsanwalts nicht wirklich überzeugen, vielmehr habe sich der Vorwurf der Staatsanwaltschaft bestätigt, erklärte der Vorsitzende Richter: „Es steht zweifelsfrei fest, dass der Angeklagte der Besitzer der Schusswaffen ist und er auch eine gewisse Affinität zu diesen Waffen hatte.“

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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