Zwischenrufer stören Bürgerversammlung in Dörnberger Mehrzweckhalle

Anwohner gegen Netto-Markt

Volles Haus: Bürgermeister Thomas Raue (links) erklärt Anwohnern aus dem Ortsteil Dörnberg bei der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle die Planung zum neuen Netto-Markt. Foto: Kessler

Dörnberg. Die Discounter-Kette Netto plant, am Ortsausgang von Dörnberg in Richtung Ehlen eine Filiale zu bauen. Dies war das Hauptthema der Bürgerversammlung in der Dörnberger Mehrzweckhalle am Mittwochabend.

„Bevor es losgehen konnte, musste zunächst ein Gutachten für das Regierungspräsidium über die Auswirkungen der Ansiedelung eines weiteren Marktes auf die bestehenden Geschäfte angefertigt werden“, erklärte Bürgermeister Thomas Raue. Das Gutachten sei von der Gemeinde bei einem unabhängigen Gutachter in Auftrag gegeben worden, die Firma Netto habe es bezahlt.

Schwache Versorgung

Das Gutachten habe ergeben, dass der Ortsteil Dörnberg derzeit nur schwach mit Lebensmittelgeschäften versorgt sei. Maximal 21,7 Prozent des Umsatzes werde auf den neuen Markt umgeleitet, so Raue. Laut Gutachten wirke sich der neue Markt nicht auf die Geschäfte in anderen Ortschaften aus, daher habe der Regierungspräsident die Entscheidung für oder gegen das Vorhaben der Discounter-Kette der Gemeinde überlassen, berichtete der Bürgermeister.

Im Anschluss präsentierte Michael Hartmann, Expansions-Gebietsleiter von Netto, einen etwa sechsminütigen Werbefilm. Die Vorführung musste zweimal unterbrochen werden, da zahlreiche Zwischenrufer ihrem Unmut über den geplanten Discounter Luft machten.

Bürgermeister Raue argumentierte mit dem demografischen Wandel, um den Anwesenden die Notwendigkeit eines weiteren Marktes zu verdeutlichen.

Danach konnten die Bürger Fragen stellen und ihre Meinung äußern. Viele äußerten sich in Sorge um den seit zwei Jahren existierenden Dorfladen, der im Gegensatz zu Netto seine Kunden auch zu Hause beliefere. Dies sei besonders für Ältere wichtig. „Gerade dieses Alleinstellungsmerkmal spricht doch dafür, dass der Dorfladen weiter laufen wird“, argumentierte Raue.

Auch der geplante Standort des neuen Marktes wurde kritisiert. Eine Bürgerin fragte, ob es sich nicht um ein Wasserschutzgebiet handele. Dies sei nicht der Fall, die Gemeinde habe die Hoheit über den Grund, den die Baufirma ausgesucht habe, so Raue. Weiter wurde kritisiert, dass der Standort am Ortsausgang nicht zu Fuß zu erreichen sei. Damit seien Senioren ohne Auto von der Nutzung des Marktes ausgeschlossen. Wer ein Auto habe, der könne auch zwei Kilometer weiter zum Rewe-Markt nach Ehlen fahren.

Zum Ende der Versammlung wurde noch über die Reparatur der Lautsprecher an der Dörnberger Friedhofskapelle und die mögliche Versetzung der Ortstafel am Ortsausgang in Richtung Zierenberg gesprochen. (kes)

Quelle: HNA

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