Weihnachtsstimmung mit Frau Holle im Kursaal - Premiere am Samstag

Bad Emstal. Es will und will einfach nicht schneien, egal, wie kräftig sie auch die Betten klopft und schüttelt. Stephanie Hupfeld probt mit ihren Kollegen der Volksbühne für das Weihnachtsmärchen. "Frau Holle" steht auf dem Programm, und Hupfeld spielt das Mariechen.

Wenige Tage vor der Premiere wirkt schon alles ziemlich perfekt. Nur der Schnee, der fehlt. Alle warten sehnsüchtig auf die bestellte Schneemaschine, die ab Samstag den Kur- und Festsaal in ein winterliches Märchenreich verwandeln soll.

Auch ohne die weiße Pracht wirkt die Kulisse schon märchenhaft. Das Feuer im großen Ofen lodert rot flackernd vor sich hin, der Baum daneben füllt sich langsam aber sicher mit unzähligen roten Äpfeln.

Der letzte Schliff

Überall legt das rund 40-köpfige Team nochmal Hand an. Es wird gehämmert und geklopft, geputzt und gewienert. Während hinter der Bühne die Kostüme ihren letzten Schliff bekommen, wird draußen im Saal noch eifrig Text gelernt. Rund 40 Seiten umfasst die Bühnenfassung von Lothar Neumann, der nicht nur Autor, sondern auch Vorsitzender der 1987 gegründeten Volksbühne Bad Emstal ist.

„Das Besondere an all unseren Märchen ist die Atmosphäre, die er durch den Einsatz zusätzlicher Figuren schafft, die oft mit dem Stück nichts zu tun haben“, sagt Antje Hörl, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und seit Anfang an dabei. In diesem Jahr seien ein Kleeblatt und ein Gänseblümchen mit von der Partie, außerdem die „Apfel-Erika“, und die ist „für einige Lacher gut“.

Spaß trotz harter Arbeit

Für Lacher ist trotz aller Professionalität auch kurz vor der Premiere noch Platz im kreativen Chaos, denn ohne Spaß wäre die harte Arbeit nicht zu bewältigen. Wenn sich aber der Vorhang zur Probe öffnet, dann kehrt Ruhe ein. Haupt- und Nebenbühne sind perfekt ausgeleuchtet, die Requisiten stehen an ihrem Platz. Sogar das Brot auf dem Frühstückstisch ist frisch, damit die Darsteller auch genussvoll zubeißen können.

Szenen werden gespielt, an Liedern wird gefeilt. Und passt einmal etwas noch nicht ganz genau, schreitet Regisseurin Ilona Neumann ein. Sie hat immer eine Idee, während sie im Zuschauerraum nicht nur akribisch das Spiel ihrer Schützlinge verfolgt, sondern auch förmlich mitspielt. Schon nach wenigen Sekunden unterbricht sie, als Gockel Friedolin mit seinem Einstieg nicht ihren Geschmack trifft. „Alles auf Anfang und nochmal schön, bitte!“ Neumann wirkt routiniert, ist ja auch schon an die zwei Jahrzehnte dabei. Und mit dieser Routine wird sie bis zur Premiere am Samstag ganz sicher auch noch die letzten Ecken und Kanten der Inszenierung beseitigen. Dann kann nichts mehr schief gehen, es sei denn, die Schneemaschine wird nicht rechtzeitig geliefert.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto: Hoffmann

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