Mit einem festlichen Zeremoniell wurde das Luftlandefernmeldebataillon aufgelöst

Ein Appell zum Abschluss

Stadtallendorf/Wasenberg. Letzter Akt war das Einrollen der Truppenfahne: Das Luftlandefernmeldebataillon der Division Spezielle Operationen „Hessischer Löwe“ gibt es nicht mehr. Der Verband wurde am Mittwoch von Brigadegeneral Reinhard Zudrop, stellvertretender Kommandeur der Division Schnelle Kräfte (DSK) in der Herrenwaldkaserne in Stadtallendorf außer Dienst gestellt.

Nur knapp sechs Jahre dauerte die Geschichte des Bataillons, das am 6. Juni 2008 an gleicher Stelle von Brigadegeneral Hennig Glawatz, zu dieser Zeit stellvertretender Divisionskommandeur der DSO, in Dienst gestellt worden war.

Gerade mal drei Kommandeure, die Oberstleutnante Achim Fahl, Jan Peter Fiolka und Frank Buthmann, hatten das Bataillon geführt. Fahl hatte den Verband beginnend ab Juli 2007 aufgestellt und Buthmann war die Aufgabe zugekommen, die Luftlandefernmelder wieder aufzulösen. Alle drei Kommandeure waren beim Appell anwesend. Buthmann ließ die einzelnen Stationen der Bataillonsgeschichte Revue passieren. Das reichte von der Aufstellung über die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Garnison bis hin zum Afghanistaneinsatz im vergangenen Jahr, von dem alle Einsatzteilnehmer wieder gesund nach Hause gekommen waren.

Brigadegeneral Reinhard Zudrop ging in seiner Ansprache auch auf das Verhältnis der Soldaten zu den Bewohnern der Garnisonstadt ein und bescheinigte den Bataillonsangehörigen, gute Botschafter gegenüber der Zivilbevölkerung gewesen zu sein. „Sie sind in Stadtallendorf angekommen und wurden immer gerne gesehen“, betonte Zudrop. Oberst Peter Uffelmann, General der Fernmeldetruppe des Heeres, lobte die Stadtallendorfer Luftlandefernmelder für den einzigartigen Ruf, den sie sich in ihrer kurzen Geschichte im Heer erworben hätten.

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi dankte den Bataillonsangehörigen vor allem für das in vielen gemeinsamen Veranstaltungen gezeigte Engagement. Mit Wehmut blickte der Bürgermeister auf die mit der Auflösung wegfallenden Patenschaften zwischen Soldaten und Kommunen, darunter auch die Gemeinde Wasenberg, für die bislang noch keine Folgepatenschaften in Aussicht sind. „Auch wenn das Bataillon heute aufgelöst wird, so bleibt es doch in der Historie der Stadt verankert“, versprach Somogyi.

Von seiner ehemaligen Gesamtstärke von mehr als 1000 Soldaten, die sich auf sechs Kompanien aufteilten, haben derzeit bereits 90 Prozent des Personals eine neue militärische Heimat gefunden oder in Aussicht.

Das Bataillon ist aktuell bereits auf 368 Soldaten reduziert. Etwa 140 ehemalige Bataillonsangehörige werden Ende September in einer Fernmeldestaffel als einem Teil der Stabskompanie der Division Schnelle Kräfte aufgehen und dort den fernmeldetechnischen Auftrag im Divisionsstab sicherstellen. Oberstleutnant Frank Buthmann wird ab August als deutscher Verbindungsoffizier beim Royal Signal Corps in England Dienst tun.

Musikalisch wurde der Appell durch das Heeresmusikkorps aus Koblenz umrahmt.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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